Hamburg

Abriss des Uni-Bunkers ohne Termin: Bornplatzsynagoge bleibt auf Warteschleife

Eine CDU-Anfrage und neue Auskünfte bestätigen: Der von der Universität genutzte Hochbunker am Joseph-Carlebach-Platz ist weiter nicht geräumt. Ohne Abriss gibt es keinen Zeitplan für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge – ein Start wäre frühestens…

Der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge in Hamburg kommt nicht voran. Zentraler Engpass bleibt der während des Zweiten Weltkriegs errichtete Hochbunker am Joseph-Carlebach-Platz, der vor Baubeginn vollständig abgerissen werden muss. Aus einer Anfrage der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft geht hervor, dass ein Abriss frühestens 2028 beginnen könnte. Ein verbindlicher Termin für Räumung, Rückbau und Baubeginn liegt nicht vor.

Die Senatskanzlei und die Universität Hamburg haben bestätigt, dass der Bunker weiterhin von universitären Einrichtungen genutzt wird. Nach ihren Angaben wird geprüft, wo die Nutzerinnen und Nutzer künftig untergebracht werden können. Eine abschließende Entscheidung zur Räumung gibt es demnach noch nicht. Solange diese bleibt, können die nachgelagerten verfahrens- und haushaltsrechtlichen Schritte für den Rückbau nicht eingeleitet werden.

Der städtebauliche und architektonische Rahmen des Projekts ist grundsätzlich gesetzt. Ein Wettbewerb entschied 2025 den Entwurf für den Neubau. Die Siegerplanung orientiert sich an der historischen Synagoge von 1906 und kombiniert rekonstruktive Elemente mit zeitgenössischen Ergänzungen. Voraussetzung für jede Bautätigkeit ist jedoch die Freimachung des Grundstücks durch den Abriss des Hochbunkers.

Die Trägerschaft und Finanzierung liegen in einem Verbund aus Stadt, fördernden Stellen und der Jüdischen Gemeinde Hamburg. Der Bund hat in den vergangenen Jahren Mittel in Aussicht gestellt. Konkrete Abruf- und Bauzeitpunkte lassen sich ohne Räumungsbeschluss und gesicherte Übergangsstandorte für die bisherigen Bunkernutzer nicht festlegen. Zuständige Behörden verweisen auf rechtliche, denkmalpflegerische und logistische Prüfungen, die vor einem Rückbau abzuarbeiten sind.

Die Verzögerungen nähren die öffentliche Debatte in Hamburg. Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinde Hamburg und Initiativen für den Wiederaufbau fordern eine zügige Klärung der Bunkerfrage, um Planungssicherheit zu erhalten. Anwohnerinnen und Anwohner sowie Einrichtungen der Universität dringen ihrerseits auf nachvollziehbare Übergangslösungen und belastbare Zeitpläne. Unstrittig ist: Ohne die Räumung des Bunkers bleibt der Neubau der Synagoge aufgeschoben.

Der aktuelle Nachrichtenanlass ist die Bestätigung, dass es weiterhin keinen Termin für die Räumung des Uni-Bunkers gibt und ein Abriss laut parlamentarischer Anfrage frühestens 2028 beginnen könnte. Bis zur Entscheidung über Ausweichstandorte und zum förmlichen Räumungsbeschluss ist mit keinem Baubeginn am Joseph-Carlebach-Platz zu rechnen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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