Die Zahl registrierter aggressiver Vorfälle in den Notaufnahmen des Klinikum Region Hannover (KRH) hat sich nach regionalen Medienberichten und einer Auswertung der letzten Jahre deutlich erhöht: 2023 wurden demnach 81 Vorfälle erfasst, 2024 waren es 152 und 2025 bereits 201. Diese Entwicklung, die die KRH‑Standorte in der Region Hannover betrifft, wurde von der CDU‑Regionsfraktion benannt und von überregionalen Medien aufgegriffen. (Stand: Veröffentlichung 19. Oktober 2026.)
Die betroffenen Kliniken und unabhängige Fachverbände führen mehrere strukturelle Ursachen an. Notaufnahmen bundesweit sind nach aktuellen Umfragen und Blitzabfragen der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGINA) und dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) seit Jahren stark belastet: Überlastung, lange Wartezeiten, personelle Engpässe und ein höheres Patientenaufkommen werden als Treiber verbaler und körperlicher Übergriffe genannt. In mehreren Erhebungen gaben Krankenhäuser an, dass Notaufnahmen überproportional oft Tatorte sind.
Als direkte Folgen nennen Klinikleitungen und Beschäftigte wachsende Sicherheitsbedenken, eine Zunahme dokumentierter Strafanzeigen und organisatorische Reaktionen wie verstärkte Sicherheitsdienste, bauliche Anpassungen und Fortbildungen in Deeskalation. In Hannover reagierten Teile der Kliniklandschaft bereits mit lokalen Schutzmaßnahmen; in anderen Regionen wurden ebenfalls Rückzugsräume für Personal und Meldeverfahren verstärkt.
Politische und berufsständische Vertreter fordern zugleich verbindlichere Meldewege und rechtliche Klarstellungen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat wiederholt eine bessere Erfassung und härtere Verfolgung von Übergriffen gefordert sowie Maßnahmen zum Schutz des Klinikpersonals angemahnt. Fachleute betonen allerdings, dass allein strafrechtliche Reaktionen die strukturellen Probleme der Notfallversorgung nicht lösen: Fehlende Kapazitäten, unzureichende Ambulantisierungsangebote und eine insgesamt angespannte Personalsituation müssten adressiert werden, um die Ursachen von Aggressionen zu vermindern.
Tatsachen, zugeschriebene Aussagen und Prognosen wurden getrennt dargestellt: Die berichteten Fallzahlen entstammen den genannten Auswertungen und Medienberichten; Einschätzungen zu Ursachen und Folgen beruhen auf Stellungnahmen von Klinikverbänden und Fachgesellschaften. Ob die Trendwende gelingt, hängt nach Einschätzung von Experten von Kombinationsmaßnahmen ab: verbesserte Meldesysteme, personelle Verstärkung, organisatorische Entlastung der Notaufnahmen und konsequente rechtliche Schritte gegen Gewalttäter.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).