Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat nach neuen Personalplänen bei Audi strengere Kostendisziplin und weniger Bürokratie für die deutsche Autoindustrie verlangt. In Sendungen von BR24 am 7. und 8. Oktober sagte der Vorsitzende der Freien Wähler, Deutschland habe an Wettbewerbsfähigkeit verloren und müsse wieder günstiger produzieren. Als Hebel nannte er niedrigere Energiepreise, Bürokratieabbau und sinkende Arbeitskosten.
Auslöser der Debatte sind Maßnahmen beim Hersteller Audi. Das Unternehmen kündigte an, bis Ende 2029 im indirekten Bereich bis zu 7.500 Stellen sozialverträglich abzubauen. Zugleich startet ein Pilotprojekt, bei dem Beschäftigte befristet an Firmen der Metall-, Elektro- und Rüstungsindustrie in Bayern ausgeliehen werden können. Die Überlassung erfolgt laut Unternehmen freiwillig und tariflich abgesichert; Standort und Investitionen, insbesondere in Elektromobilität, sollen gestärkt werden. Der Standort Ingolstadt ist zentral betroffen.
Politische Reaktionen fallen geteilter aus. Vertreter der SPD-Bundestagsfraktion, in der BR-Sendung durch Sebastian Roloff, lehnten eine Senkung der Arbeitskosten ab. Angesichts der Inflation gelte es, Reallöhne zu sichern. Befürworter im Betrieb sehen in der Arbeitnehmerüberlassung eine flexible Brücke, um Qualifikationen zu erhalten und kurzfristige Beschäftigungslücken in anderen Branchen zu füllen. Kritische Stimmen aus der Belegschaft und der Region wenden sich hingegen gegen Einsätze in der Rüstungsindustrie.
Die Faktenlage in der Branche ist angespannt: Der Preisdruck im Elektroautogeschäft steigt, unter anderem durch internationale Konkurrenz und teure Batterien. Gleichzeitig erfordern die Umstellung auf Elektromobilität und Software sowie die Modernisierung der Werke umfassende Umstrukturierungen. Audi ordnet seine Schritte in eine Zukunftsvereinbarung ein, die Investitionen, Qualifizierung und sozialverträgliche Übergänge kombiniert.
Zugeschriebene Aussagen und offene Punkte: Aiwanger setzt auf Kostenentlastungen als Schlüssel für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Ob niedrigere Arbeitskosten politisch durchsetzbar sind, ohne Realeinkommen zu drücken, bleibt umstritten. Betriebsräte verweisen auf die doppelte Freiwilligkeit der Überlassung und tarifliche Sicherungen; die Wirksamkeit des Modells über den kurzfristigen Ausgleich hinaus ist noch nicht belegt. Für den Standort Bayern wird entscheidend sein, ob Industriepolitik, Energiepreise und eine stärkere regionale Zulieferstruktur die Transformation beschleunigen, ohne Beschäftigung und Einkommen zu gefährden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).