Bayern

Aiwanger ruft zum Kauf von Holzöfen vor dem Winter auf

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger empfiehlt, vorhandene Holzöfen zu nutzen und neue anzuschaffen. Umweltbehörden und Forschungseinrichtungen warnen vor Emissionen und engen ökologischen Grenzen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat am 27. Oktober 2026 dazu aufgerufen, Holzöfen vor dem Winter zu nutzen und bei Bedarf anzuschaffen. „Wer keinen Holzofen hat, soll einen kaufen“, sagte der Chef der Freien Wähler laut BR24. Aiwanger verbindet den Appell mit Versorgungssicherheit und regionaler Wertschöpfung und verweist auf Holz als heimischen Energieträger in Bayern.

Der Vorstoß berührt drei zentrale Felder: rechtliche Vorgaben, ökologische Tragfähigkeit und Gesundheitsschutz. Nach geltendem Gebäudeenergierecht sind Holzheizungen weiterhin zulässig, unterliegen jedoch technischen Anforderungen und Emissionsgrenzwerten. Kommunale Luftreinhaltepläne und die Bundes-Immissionsschutzverordnung setzen zudem Regeln für Betrieb, Schornsteinfegerabnahmen und Modernisierung älterer Anlagen. Das mindert Emissionen, ersetzt aber nicht die Frage nach der Zahl zusätzlich betriebener Einzelöfen in dicht besiedelten Gebieten.

Wissenschaft und Behörden mahnen zur Zurückhaltung. Das Umweltbundesamt rät, Holz vorrangig stofflich zu nutzen – etwa im Bau – und energetisch nur begrenzt zusätzlich zu verbrennen, da Feinstaub und Stickoxide die Luftqualität belasten und gesundheitliche Risiken erhöhen. Auch das Thünen-Institut betont, dass die potenziell nachhaltige Holzmenge in Deutschland begrenzt ist und die zusätzliche Holzentnahme sorgfältig geplant werden müsse. Ein Faktencheck von Correctiv ordnete frühere, inhaltlich ähnliche Aussagen Aiwangers ein und verweist darauf, dass pauschale Kaufempfehlungen zentrale Fragen zu CO2-Bilanz, Luftschadstoffen und nachhaltiger Forstwirtschaft nicht beantworten.

Aus forstlicher Perspektive stehen Versorgungskapazitäten und Bewirtschaftungsziele im Mittelpunkt. Forstbetriebe in Bayern, darunter die Bayerische Staatsforsten, treiben den Waldumbau voran, um klimastabile Mischwälder zu fördern. Diese Ziele begrenzen kurzfristig verfügbare Brennholzmengen. Marktbeobachter und Handwerksbetriebe verweisen zudem auf Lieferzeiten für Anlagen sowie auf die Bedeutung moderner, emissionsarmer Feuerstätten und korrekter Bedienung.

Politisch setzt Aiwanger mit seinem Appell ein Signal zugunsten regionaler Energieträger. Befürworter sehen darin einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur regionalen Wertschöpfung. Kritiker halten dagegen, dass eine breite Ausweitung individueller Holzfeuerungen die Luftqualität verschlechtern könnte und mit den Zielen der Wärmewende nur dann vereinbar ist, wenn Emissionen konsequent reduziert, nachhaltige Holzmengen belegt und Alternativen wie Wärmepumpen, Fernwärme oder Effizienzmaßnahmen parallel ausgebaut werden. Wie tragfähig Aiwangers Empfehlung ist, hängt damit von nachprüfbaren Angaben zur nachhaltigen Holznutzung, zur Einhaltung von Emissionsgrenzen und von der tatsächlichen Verfügbarkeit moderner Technik ab.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk