Das Albertinum in Dresden hat die Sonderausstellung „Das große Drama. Auguste Rodin und der Streit um die Moderne“ eröffnet. Nach Angaben der Staatliche Kunstsammlungen Dresden ist die Schau bis zum 22. August 2027 zu sehen. Rund 100 Exponate rücken den in Deutschland herausragenden Bestand des Museums in den Mittelpunkt: Gezeigt werden Gipsabgüsse, Skulpturen, Medaillen, Fotografien und handschriftliche Dokumente von Auguste Rodin sowie Arbeiten seiner französischen und belgischen Zeitgenossen.
Im Fokus steht die Vision des früheren Direktors der Skulpturensammlung, Georg Treu. Er hatte bereits Ende des 19. Jahrhunderts Werke Rodins für Dresden erworben und damit früh Akzente für eine neue Bildhauerei gesetzt. Die Kuratorinnen und Kuratoren ordnen diese Erwerbungen in einen größeren kulturpolitischen und ästhetischen Konflikt ein, den sie als „Streit um die Moderne“ beschreiben. Zahlreiche Gipsabgüsse aus dem Bestand waren über Jahrzehnte nicht öffentlich zu sehen und werden nun erstmals wieder umfassend präsentiert.
Die Ausstellung verbindet künstlerische Arbeiten mit archivalischem Material und wissenschaftlicher Kommentierung. Briefe, Akten und fotografische Quellen sollen nachvollziehbar machen, wie künstlerische Innovationen um 1900 zirkulierten und welche Rolle Dresden als Ort internationaler Sammlungsbildung spielte. Förderer wie die Kulturstiftung der Länder und die Ernst von Siemens Kunststiftung werden im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Realisierung der Schau genannt.
Kuratorische Aussagen zufolge will die Präsentation Rodins Bedeutung für die Moderne differenziert zeigen: weniger die bekannten Monumente als vielmehr Torsoformen, Gipsmodelle und experimentelle Medaillen, an denen sich sein formaler Einfluss exemplarisch ablesen lässt. Zugleich dokumentiert die Schau die damaligen Kontroversen um öffentliche Akzeptanz, Museumsentscheidungen und den Kanon der Skulptur. Prognosen zu Besucherzahlen oder wirtschaftlichen Effekten macht das Museum nicht; im Vordergrund stehen belegte Bestände, Werkzusammenhänge und die Rezeptionsgeschichte in Deutschland.
Mit „Das große Drama. Auguste Rodin und der Streit um die Moderne“ bündelt das Albertinum Sammlungen und Forschung der Staatliche Kunstsammlungen Dresden und knüpft an die historische Prägung durch Georg Treu an. Für das Dresdner Publikum und überregionale Gäste eröffnet die Schau einen quellengesättigten Blick auf einen Wendepunkt der europäischen Bildhauerei und auf die Rolle Dresdens in diesem Umbruch.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).