Am 23. September 2026 haben der Deutsche Alpenverein und Bergwachten vor einer erhöhten Felssturz– und Steinschlaggefahr in Teilen der Alpen gewarnt. Nach den Hitzeperioden dieses Sommers und anhaltendem Tauwetter ist die Stabilität vieler Hänge geschwächt. Die Lage unterscheidet sich je nach Region und Route; die Vorbereitung vor jeder Tour gewinnt an Bedeutung.
Als Ursachen nennen Fachstellen die anhaltende Erwärmung, tauenden Permafrost und stärkere Schwankungen bei Niederschlag und Temperatur. Dadurch lockern sich Gesteinsverbände häufiger, was das Risiko für Steinschlag und kleinere Felsstürze erhöht. Besonders sensibel sind steile, sonnenexponierte Wände, Schutthalden und Rinnen.
Die Vereine raten, vor der Tour aktuelle Bedingungen, Sperrungen und Umleitungen zu prüfen, zum Beispiel über die Mitteilungen der DAV-Sektionen und der örtlichen Bergwacht. Bei der Routenwahl sollten Exposition, Wegbeschaffenheit und Ausweichmöglichkeiten berücksichtigt werden. Auf- und Abstiege sind möglichst so zu legen, dass längere Aufenthalte unter steilen Felswänden in der stärksten Tageserwärmung vermieden werden. In ausgesetzten Passagen können Helme sinnvoll sein; Gruppen sollten Sichtkontakt halten und in heiklen Zonen zügig, aber nicht hastig durchgehen.
Warnzeichen unterwegs sind frische Steinlagen auf dem Weg, Risse im Gelände, knackende oder rollende Geräusche sowie Staubfahnen an Wänden. In solchen Fällen gilt: Abstand vergrößern, alternative Linien wählen oder umkehren. Auf Geröllfeldern empfiehlt sich ein regelmäßiger Blick nach oben; in Rinnen ist einzeln zu gehen, um sich nicht gegenseitig Steine loszutreten.
Die Verantwortung für markierte Wege liegt in Deutschland je nach Gebiet bei Kommunen, Tourismusverbänden und den Sektionen des Deutschen Alpenvereins. Diese führen Kontrollen durch und sperren gefährdete Abschnitte temporär. Aus Bayern sind in den vergangenen Jahren nach Felsereignissen mehrfach Wege gesperrt oder verlegt worden; entsprechende Hinweise werden vor Ort und online bekanntgegeben. Die Bergwacht informiert zusätzlich situativ, wenn markierte Routen nicht betroffen sind oder wieder freigegeben werden konnten.
Statistisch bleibt das individuelle Risiko, von einem Felsbrocken getroffen zu werden, gering. Die Gefährdung in bestimmten Zonen hat sich jedoch messbar verschoben. Wer in den Bayerischen Alpen oder in benachbarten Regionen unterwegs ist, sollte daher vor jeder Tour aktuelle Lageberichte einholen, Sperren respektieren, Routen der eigenen Kondition anpassen und kritische Passagen konsequent meiden. Aussagen zu konkreten Strecken müssen stets mit den neuesten Meldungen der zuständigen Sektionen, der Bergwacht und der lokalen Behörden abgeglichen werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).