Thüringen

Anglo-American-Tochter setzt Kupferbohrungen in Südthüringen fort

Die Kupfer Copper Germany GmbH kündigt weitere Erkundungsbohrungen im Projektgebiet Löwenstern im Landkreis Schmalkalden-Meiningen an. Landesbehörden prüfen berg- und umweltrechtliche Vorgaben; eine Entscheidung über Abbaupläne gibt es nicht.

In Südthüringen werden die Erkundungen nach Kupfer fortgesetzt: Die Kupfer Copper Germany GmbH, eine Tochter von Anglo American, plant weitere Bohrungen im Projektgebiet Löwenstern im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Nach Unternehmensangaben dienen die Arbeiten dazu, das geologische Profil in mehreren Hundert Metern Tiefe zu präzisieren und mögliche Kupferanreicherungen im Bereich des permischen Kupferschiefers zu prüfen. Die Exploration läuft seit 2021; eine formelle Ressourcenschätzung liegt bislang nicht vor.

Die Firma hat den Fortgang der Arbeiten den zuständigen Stellen angezeigt. Nach Angaben aus der Landesverwaltung werden bergrechtliche Anzeigen, mögliche Genehmigungserfordernisse und umweltrechtliche Auflagen geprüft. Zuständig sind die Landesbehörden; ob und in welchem Umfang ein bergbauliches Folgeprojekt denkbar wäre, hängt von Reserveabschätzungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und nachgelagerten Genehmigungsverfahren ab. Eine Entscheidung über einen Abbau im Gebiet Löwenstern liegt nicht vor.

Vor Ort berichten Kommunen und regionale Medien über einzelne Bohrplätze und die Präsenz von Bohrteams. Genannt werden unter anderem Flächen bei Unterkatz, Stepfershausen und Herpf innerhalb der Erlaubnisfelder. Die Fortsetzung der Erkundungen stößt in der Region auf geteilte Reaktionen: Anwohner verweisen auf Lärm, zusätzliche Verkehre und mögliche Eingriffe in die Landschaft. Befürworter betonen die potenzielle Bedeutung heimischer Rohstoffe für industrielle Lieferketten. Konkrete wirtschaftliche Effekte lassen sich erst nach belastbaren Ressourcendaten und Prüfungen beurteilen.

Rechtlich sind Erkundungsbohrungen in Deutschland an das Bundesberggesetz und einschlägige Umweltvorgaben gebunden. Während Anzeigen für reine Aufsuchungsarbeiten in der Regel bei den Landesbergämtern beziehungsweise zuständigen Fachbehörden geführt werden, greifen für weitergehende Maßnahmen – etwa großflächige Erprobungen oder einen späteren Abbau – zusätzliche Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren. Dazu zählen je nach Eingriffstiefe unter anderem naturschutzrechtliche Prüfungen und eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung.

Hintergrund der Aktivitäten ist die bekannte Kupferführung des Kupferschiefers in Mitteldeutschland. Die geologische Frage ist, ob lokale Strukturen im Projektgebiet Löwenstern wirtschaftlich tragfähige Erzgehalte aufweisen. Ohne veröffentlichte Ressourcenschätzung bleibt die Aussagekraft der bisherigen Sondierungen begrenzt. Stand Anfang November 2026 gibt es keine amtliche Festlegung zu Umfang, Zeitpunkt oder Ort eines möglichen Abbaus in Südthüringen. Der Thüringer Landtag begleitet das Thema mit Anfragen und Unterlagen zur Transparenz der Verfahren und zu möglichen Auswirkungen auf Umwelt und Gemeinden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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