Die Staatsanwaltschaft Verden hat am 29. Oktober 2026 Anklage gegen zwei frühere Beschäftigte des Abwasserzweckverbands Uelzen erhoben. Vorgeworfen wird besonders schwere Untreue. Der Abwasserzweckverband Uelzen beziffert den mutmaßlichen finanziellen Schaden auf mindestens 400.000 Euro. Die Ermittlungsbehörde bestätigte den Schritt; der Verband kündigte an, die Aufklärung weiter zu unterstützen.
Nach bisherigem Ermittlungsstand geht es um systematische Eingriffe in Vergabeverfahren sowie unregelmäßige Abrechnungen bei Lieferungen und Leistungen rund um Pumpwerke und Rohrleitungen. Interne Prüfungen hatten den Verdacht auf manipulierte Auftragsvergaben erhärtet. Der Abwasserzweckverband Uelzen hatte bereits im Mai 2026 vier leitende Mitarbeitende fristlos gekündigt; zwei von ihnen sind nun von der Anklage betroffen. Die Gekündigten hatten vor dem Arbeitsgericht Lüneburg gegen die Maßnahmen geklagt.
Die Ermittlungen laufen seit Ende 2025 und wurden bei der Zentralstelle zur Bekämpfung von Korruptionskriminalität der Staatsanwaltschaft Verden gebündelt. Dort wurden Unterlagen gesichert und Vergabeabläufe ausgewertet. Die Behörde betont, die Unschuldsvermutung gelte bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung. Ob es zu einer Hauptverhandlung kommt, entscheidet das zuständige Gericht nach Prüfung der Anklage.
Für die kommunalen Gremien in der Region Uelzen ergeben sich praktische Folgen. Neben dem Strafverfahren befassen sie sich mit möglichen Regressansprüchen, Haftungsfragen und dem Ausbau interner Kontrollmechanismen. Der Vorstand des Abwasserzweckverbands erklärte, man strebe vollständige Aufklärung an und arbeite eng mit den Rechnungsprüfungsstellen der beteiligten Kommunen in Niedersachsen zusammen.
Vertreter der Beschuldigten kündigten an, ihre Mandanten würden sich umfassend äußern und die Vorwürfe bestreiten; zu einzelnen Punkten machten sie keine Angaben. Der Verband verweist darauf, dass seit 2025 in öffentlichen Sitzungen Fragen zu Vergabe- und Abrechnungsprozessen diskutiert wurden. Die nun erhobene Anklage markiert den vorläufigen Abschluss der Ermittlungsphase und den Übergang in ein mögliches gerichtliches Verfahren.
Hintergrund: Der Abwasserzweckverband Uelzen betreibt kommunale Abwasseranlagen in der Region und vergibt regelmäßig Aufträge für Bau, Wartung und Betrieb. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten waren Ende 2025 öffentlich geworden und hatten zu Durchsuchungen, Suspendierungen und arbeitsrechtlichen Verfahren geführt. Unabhängig vom strafrechtlichen Ausgang hat der Verband angekündigt, Vergaberichtlinien zu präzisieren und Kontrollschritte bei Ausschreibungen zu verstärken.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).