Zum Beginn der Erkältungs- und Grippesaison sieht die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) die Versorgung mit gängigen Grippemitteln und wichtigen Antibiotika in Deutschland als gesichert. Gegenüber Deutschlandfunk erklärte der Verband am 15. Oktober 2026, Apotheken könnten die Nachfrage zum Saisonstart bedienen. Insbesondere Fiebersäfte und verbreitete Grippepräparate seien in ausreichender Menge verfügbar. Die ABDA verweist auf organisatorische Vorbereitungen in den Apotheken und die seit diesem Herbst erweiterten Möglichkeiten, Schutzimpfungen in Apotheken anzubieten.
Parallel dazu weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in seiner öffentlichen Datenbank PharmNet.Bund weiterhin zahlreiche Lieferengpässe aus. Die Meldungen der Hersteller werden fortlaufend aktualisiert; je nach Wirkstoff, Hersteller und Ursache kann es demnach zu punktuellen Einschränkungen kommen. Das BfArM beobachtet einzelne Wirkstoffe mit erhöhtem Versorgungsrisiko besonders eng und betont, dass gemeldete Engpässe nicht automatisch eine Unterversorgung bedeuten, da therapeutische Alternativen verfügbar sein können.
Damit stehen zwei Befunde nebeneinander: Laut ABDA ist die Bestandssicherheit für viele saisonrelevante Präparate zum Start der kalten Jahreszeit gegeben. Zugleich dokumentiert das BfArM anhaltende, teils kurzfristige Lieferengpässe bei einzelnen Produkten. Für die Praxis bedeutet dies nach Angaben der Verbände zusätzlichen Aufwand in den Apotheken. Teams gleichen Verfügbarkeiten regelmäßig ab, prüfen substitutionsfähige Präparate und stimmen sich bei Bedarf mit Ärztinnen und Ärzten ab. Für Patientinnen und Patienten kann dies gelegentlich zu Änderungen bei der Abgabe führen, ohne die Behandlung zu gefährden.
Hintergrund sind strukturelle Faktoren der Lieferketten: Produktionsumstellungen, begrenzte Rohstoffe oder Herstellerkonzentrationen können einzelne Wirkstoffe zeitweise betreffen. Behörden und Verbände verweisen darauf, dass Transparenz über die gemeldeten Lieferengpässe sowie klare Informationswege entscheidend für die Versorgungssicherheit sind. Die ABDA rät, die eigene Hausapotheke frühzeitig mit Basisartikeln der Saison auszustatten, warnt jedoch vor Vorratskäufen, um Marktverwerfungen zu vermeiden.
Die Lage bleibt damit dynamisch, aber handhabbar: Apotheken berichten von gesicherter Versorgung bei Grippemitteln und zentralen Antibiotika zum Saisonstart. Gleichzeitig bleibt die öffentliche Beobachtung durch das BfArM wichtig, um punktuelle Lieferengpässe rasch zu erkennen und Alternativen bereitzustellen. Aussagen der ABDA geben die aktuelle Einschätzung der Berufsvertretung wieder; Angaben des BfArM beruhen auf den laufenden Meldungen der pharmazeutischen Unternehmen und den Veröffentlichungen des Instituts.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).