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Asylklagen dauern länger: Gerichte brauchen im Schnitt über 15 Monate

Im ersten Halbjahr 2026 stieg die durchschnittliche Dauer von Klagen gegen Asylbescheide auf mehr als 15 Monate. Das geht aus einer Regierungsantwort und Justizangaben hervor; Ursachen sind mehr Verfahren und anhaltende Rückstände.

Die durchschnittliche Dauer von Klagen gegen Asylentscheidungen hat sich in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 spürbar verlängert. Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke benötigen die Verwaltungsgerichte im Median mehr als 15 Monate bis zu einer Entscheidung. Öffentlich-rechtliche Medien und Landesjustizverwaltungen berichten übereinstimmend von einer angespannten Lage in vielen Gerichtsbarkeiten.

Als maßgebliche Datenbasis dienen Statistiken des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Das Bamf weist bereits für 2025 eine steigende Gesamtverfahrensdauer aus; seit 2023 wird sie nach dem Zeitpunkt berechnet, zu dem Deutschland für das jeweilige Verfahren zuständig wurde. Die von der Bundesregierung genannte Median-Dauer für das erste Halbjahr 2026 liegt über früheren Jahreswerten. Methodische Unterschiede zwischen Median- und Jahresdurchschnitt sowie wechselnde Bezugszeiträume erklären abweichende Vergleichszahlen.

Die Justiz führt mehrere Ursachen an. Erstens ist die Zahl der Asylklagen in den vergangenen Jahren wieder gestiegen, was die Auslastung der Kammern erhöht. Zweitens hat das Bamf Prioritäten bei der Entscheidungstätigkeit gesetzt und ältere, aufwendige Fälle abgeschlossen. Das entlastete zwar die Verwaltung, führte aber zugleich zu mehr nachgelagerten Klageverfahren, die die Gerichte binden. Drittens bestehen deutliche regionale Unterschiede: Während einige Länder Engpässe melden, berichten andere von Beschleunigungen durch Spezialisierung und veränderte Geschäftsverteilung.

Bayern verweist auf verkürzte Durchlaufzeiten einzelner Standorte dank spezialisierter Spruchkörper und organisatorischer Anpassungen. Zugleich bleibt auch dort die Zahl eingehender Verfahren hoch. Bundesweit gilt: Längere Laufzeiten verzögern Rechtsklarheit für Asylsuchende und erschweren die Personalplanung in den Geschäftsstellen und Spruchkörpern.

Politik und Justiz diskutieren über Gegenmaßnahmen. Genannt werden zusätzliche Stellen für die Verwaltungsgerichte, dauerhaft spezialisierte Senate, standardisierte Abläufe bei typisierten Fallkonstellationen sowie gesetzliche Beschleunigungsinstrumente. Zugleich verweisen Gerichte auf die Bedeutung verlässlicher Zuarbeit der beteiligten Behörden und anwaltlichen Vertretungen, um Terminierungen und Beweisaufnahmen zu straffen.

Die Befunde stützen sich auf die Regierungsantwort und laufende Veröffentlichungen des Bamf, ergänzt um Angaben aus mehreren Landesjustizverwaltungen und Berichten öffentlich-rechtlicher Medien. Der aktuelle Anlass ist die zusammengefasste Auswertung der Bearbeitungszeiten für das erste Halbjahr 2026. Frühere Zahlen bleiben als Kontext relevant, ändern jedoch nichts an der jetzt ausgewiesenen Verlängerung der Verfahrensdauer.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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