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Ataman drängt auf nationale Strategie zu den Wechseljahren

Ferda Ataman fordert eine bundesweite Strategie zu Menopause und Arbeitsschutz. Studien der HWR Berlin beziffern hohe Ausfallkosten.

Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, hat am 13. Oktober 2026 eine nationale Strategie zu den Wechseljahren gefordert. Ziel sei es, Benachteiligungen von Frauen in der Menopause in der Gesundheitsversorgung und am Arbeitsplatz systematisch abzubauen. Ataman betonte, es gehe neben medizinischer Versorgung auch um Schutz vor Diskriminierung und um klare Regeln im Arbeitsrecht.

Anlass sind neue Auswertungen aus dem Projekt MenoSupport der HWR Berlin. Die Forschenden berichten von deutlichen Belastungen erwerbstätiger Frauen durch Wechseljahresbeschwerden und schätzen die volkswirtschaftlichen Kosten unbehandelter Beschwerden in Deutschland auf rund 9,4 Milliarden Euro pro Jahr sowie etwa 40 Millionen verlorene Arbeitstage. Gefordert werden betriebliche Maßnahmen, standardisierte Beratungsangebote und gezielte Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte.

Medizinische Fachgesellschaften und Klinikerinnen verweisen auf Versorgungs- und Wissenslücken: In vielen Haus- und Facharztpraxen fehle strukturierte Beratung, interdisziplinäre Ausbildung sei lückenhaft, und Gespräche über Symptome seien am Arbeitsplatz häufig stigmatisiert. Aus gesundheitspolitischer Sicht wird ein früherer Zugang zu Diagnose und Therapie als wirksamster Hebel genannt, um Beschwerden zu lindern und Ausfälle zu vermeiden.

International existieren unterschiedliche Modelle. Einige Länder haben Leitlinien und integrierte Primärversorgung zur Menopause entwickelt. Erfahrungen aus Schweden gelten in Fachkreisen und bei der Weltgesundheitsorganisation als Referenz für koordinierte Versorgungspfade und klare Empfehlungen für Arbeitgeber. In der deutschen Debatte werden solche Ansätze als Vorbilder für verbindlichere Standards diskutiert.

Nach Angaben aus Regierungskreisen laufen in Deutschland Dialogprozesse zur Frauengesundheit und es wurden zusätzliche Forschungsmittel bereitgestellt. Konkrete Gesetzesinitiativen für eine umfassende Wechseljahres-Strategie liegen jedoch nicht vor. Atamans Vorstoß zielt auf eine koordinierte, bundesweite Rahmensetzung, die Gesundheitsschutz, Arbeitsrecht und Aufklärung verbindet. Diese Forderungen sind als politische Agenda zu verstehen; Entscheidungen über Budget, Fristen oder Verbindlichkeit stehen aus.

Mögliche Folgen einer nationalen Strategie wären einheitlichere Versorgungsstandards, verpflichtende Fortbildungen für relevante medizinische Fachgruppen sowie praxistaugliche Empfehlungen für Arbeitgeber, etwa zu Raumklima, Arbeitsorganisation und Schutzmaßnahmen. Ob Bundesregierung und Bundestag den Vorstoß in einen Maßnahmenplan überführen, ist offen. Für Unternehmen, Krankenkassen und Beschäftigte würde eine solche Strategie Planbarkeit schaffen; zugleich dürfte sie den Bedarf an evidenzbasierten Leitlinien und an qualifizierter Beratung in der Fläche erhöhen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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