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Aufmerksamkeitsdefizit‑/Hyperaktivitätsstörung: Mehr Neudiagnosen bei Kindern und Jugendlichen in Sachsen 2024

Der DAK-Kinder- und Jugendreport zeigt für 2024 einen Anstieg neu dokumentierter Aufmerksamkeitsdefizit‑/Hyperaktivitätsstörungen; in Sachsen stiegen die Neudiagnosen moderat an, Expertinnen und Experten fordern stärkere Versorgungsangebote.

Kurzmeldung

Der Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit dokumentiert für das Jahr 2024 einen Anstieg neu verzeichneter Aufmerksamkeitsdefizit‑/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen. Bundesweit ergab die DAK-Analyse, dass 17,0 von 1.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren im Jahr 2024 erstmals eine entsprechende Diagnose in den Abrechnungsdaten hatten; 2023 lag dieser Wert bei 14,6 pro 1.000 (+16 Prozent). Für Sachsen weist die DAK-Hochrechnung einen regional moderateren Zuwachs aus: Die Zahl der Neudiagnosen stieg 2024 im Vergleich zum Vorjahr um etwa sieben Prozent; das entspricht nach DAK-Hochrechnung rund 6.400 neu diagnostizierten jungen Menschen in Sachsen. (Datenbasis: ambulante und stationäre ICD-10-Codierungen F90.- in den Abrechnungsdaten, Beobachtungszeitraum 2019–2024.)

Die Report-Methode definiert Neuerkrankungen als mindestens eine gesicherte ambulante oder stationäre Haupt- oder Nebendiagnose im Beobachtungsjahr ohne entsprechende Diagnose im vorangehenden Jahr. Damit erfasst die Auswertung sowohl tatsächliche Erstdiagnosen als auch erstmals in den Abrechnungsdaten dokumentierte Fälle. Fachleute betonen, dass solche Vergleiche interpretativ vorsichtig zu behandeln sind: Veränderungen in Diagnoseroutinen, erhöhte Sensibilität bei Eltern, Lehrkräften und Ärztinnen und Ärzten sowie veränderte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen können zu einer höheren Erkennungsrate führen.

Gleichzeitig nennen Kinder- und Jugendpsychiater, Selbsthilfegruppen und Gesundheitspolitiker Belastungsfaktoren wie die Nachwirkungen der Pandemiejahre, zunehmenden Schulstress und regionale Unterschiede in Versorgungsangeboten. In Sachsen verweisen Landesstellen auf Bedarf an Ausbau der ambulanten kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung, stärkere Fortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen und aufgestockte Angebote des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes zur Früherkennung. Leitlinien empfehlen eine differenzierte Diagnostik nach ICD- und DSM-Kriterien sowie eine sektorenübergreifende Versorgung.

Die DAK-Daten bilden einen aktuellen Anlass für Diskussionen über Prävention und Versorgung. Für belastbare Schlussfolgerungen sind ergänzende Datenquellen erforderlich – etwa aus den Gesundheitsämtern, weiteren Krankenkassen und regionalen Versorgungserhebungen – sowie transparente Angaben zur regionalen Verteilung der Diagnosen und zu vorhandenen Behandlungskapazitäten.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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