In Istanbul beraten am 23. Oktober 2026 die Außenminister Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs mit ihren Amtskollegen aus der Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien über mehrere aktuelle Krisen. Gastgeber ist der türkische Außenminister Hakan Fidan. Ankara bestätigt, dass zunächst das regelmäßige Treffen der vier regionalen Staaten stattfindet und anschließend um die drei europäischen Teilnehmer erweitert wird.
Nach Angaben des türkischen Außenministeriums steht auf der Tagesordnung die humanitäre und sicherheitspolitische Lage in Palästina, die Gefährdung der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus, die Entwicklungen im Jemen sowie mögliche diplomatische Beiträge zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Konkrete Beschlüsse wurden vorab nicht angekündigt; erwartet werden gemeinsame Aussagen zu humanitären Zugängen und zur Sicherung ungehinderter Seewege.
Aus deutscher Sicht zielt die Teilnahme darauf, europäische Positionen mit einflussreichen Staaten der Region enger abzustimmen und Eskalationsrisiken einzudämmen. Zugleich betont Berlin traditionell die Bedeutung des Völkerrechts und der Freiheit der Schifffahrt. Für die Gastgeberseite bietet das Treffen die Gelegenheit, Vermittlungsbereitschaft zu zeigen und regionale Sicherheitsbedenken – etwa saudische Sorgen wegen Angriffen aus dem Jemen – im größeren Kreis zu besprechen.
Die beteiligten Staaten verfolgen teils unterschiedliche sicherheitspolitische Interessen. Dies erschwert verbindliche Ergebnisse, erhöht aber den Wert abgestimmter Signale, etwa zur Deeskalation an Seewegen und zur Unterstützung humanitärer Hilfsmaßnahmen. Diplomaten verweisen darauf, dass Wirkung und Glaubwürdigkeit des Formats von Folgegesprächen und konkreter Umsetzung abhängen.
Die Zusammenkunft folgt anhaltenden Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sowie einem weiterhin festgefahrenen Frontverlauf in der Ukraine. Für Europa ist die Stabilität der Handelsrouten durch die Straße von Hormus von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Zudem sind die humanitären Folgen der Konflikte in Palästina und im Jemen weiterhin gravierend. Ankara unterstreicht, das Ziel sei ein konstruktiver Austausch, der nationale Positionen nicht verwische, aber praktische Schritte ermögliche.
Offizielle Abschlusserklärungen werden frühestens nach den Sitzungen erwartet. Teilnehmerkreise machten im Vorfeld keine Zusagen zu neuen Initiativen. Der Termin in Istanbul dient vor allem dazu, Positionen abzugleichen und Möglichkeiten für abgestimmtes Handeln auszuloten.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).