In Speyer haben Beschäftigte von Mann+Hummel am Mittwoch, 28. Oktober 2026, gemeinsam mit der IG Metall mit einem Autokorso gegen die geplante Schließung des Werks protestiert. Start- und Sammelpunkt war nach Angaben aus der Stadt die Stadthalle Speyer. Die Kolonne fuhr durch mehrere innerstädtische Straßen und führte zeitweise zu Verkehrsbehinderungen.
Hintergrund der Aktion ist die Ankündigung von Mann+Hummel, die Produktion am Standort Speyer schrittweise an andere Werke zu verlagern und das Werk bis spätestens Ende 2028 zu schließen. Der Betriebsrat und die IG Metall sprechen von rund 600 gefährdeten Arbeitsplätzen. Das Unternehmen verweist auf wirtschaftliche Gründe wie schwächeres Wachstum und gestiegene Kosten in Europa. Es hat nach eigenen Angaben einen Vorschlag für einen Interessenausgleich vorgelegt, um den Ausstieg zu regeln.
Die Auseinandersetzung dauert seit April 2026 an. Damals hatte Mann+Hummel die Aufgabe des Standorts in Aussicht gestellt. Der Betriebsrat, die IG Metall und die Stadtverwaltung legten Alternativkonzepte vor, die den Fortbestand sichern oder die Produktion neu ausrichten sollten. Nach Darstellung der Arbeitnehmervertreter und der Stadt wurden diese Vorschläge vom Unternehmen nicht übernommen. Mann+Hummel bekräftigt, dass die Prüfung betriebswirtschaftlicher Szenarien zu dem Ergebnis geführt habe, Kapazitäten zu bündeln.
Die Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler forderte wiederholt, den Standort zu erhalten. Der Stadtrat verabschiedete mehrere Resolutionen und appellierte an die Konzernführung, mit Beschäftigten, Betriebsrat und Kommune tragfähige Lösungen zu verhandeln. Parallel bereitet die Stadt Speyer gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Unterstützungsangebote für Beschäftigte vor, falls Verlagerungen unvermeidbar werden.
Konkrete Vereinbarungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan lagen am Mittwoch nicht vor. Aus Kreisen der IG Metall heißt es, die Mobilisierung werde fortgesetzt, um den Druck auf Mann+Hummel zu erhöhen und „sozialverträgliche Lösungen“ oder eine Kurskorrektur zu erreichen. Das Unternehmen betont, man bleibe gesprächsbereit. Wie sich die Verhandlungen entwickeln, ist offen; nächste Schritte hängen von weiteren Gesprächen zwischen Unternehmensleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft ab.
Faktisch bestätigt sind damit zwei Punkte: die Ankündigung einer Werksschließung bis Ende 2028 und der Protesttag in Speyer. Ob der Standort durch neue Konzepte erhalten werden kann oder ob am Ende ein Interessenausgleich und flankierende Maßnahmen für die Belegschaft stehen, entscheidet sich erst in den kommenden Monaten in den Gremien.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).