Baden-Württemberg meldet bei Tandem-Solarzellen aus Perowskit und Silizium konkrete Fortschritte Richtung Anwendung. In Freiburg hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) im Jahr 2026 eine Laborinfrastruktur in Betrieb genommen, die die Überführung von Laborergebnissen in skalierbare Prozessketten beschleunigen soll. Parallel berichtet das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über neue, auf industrielle Formate übertragbare Beschichtungsverfahren. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) koordiniert zudem Aktivitäten in einem regionalen Perowskit-Kompetenzverbund.
Faktenlage: Die beteiligten Institute nennen für Perowskit-Silizium-Tandemzellen Wirkungsgrade im Bereich von über 30 Prozent – deutlich oberhalb gängiger Siliziumzellen. Maßgeblich für den Markteintritt sind jedoch weniger Rekordwerte als vielmehr robuste, reproduzierbare Fertigung, die Haltbarkeit der Perowskit-Schichten unter Außenbedingungen sowie die Kompatibilität mit bestehenden Linien. Das neue Labor des Fraunhofer ISE ist auf genau diese Brücke zwischen Forschung und Pilotfertigung ausgerichtet und adressiert unter anderem großflächige Beschichtung, Prozessstabilität und Zuverlässigkeitstests.
Zugeschriebene Aussagen: Forschende am KIT verweisen auf Fortschritte bei skalierbaren Depositionsverfahren und bei der Abstimmung der Bandlücken zwischen der Perowskit-Topzelle und dem Silizium-Untersystem. Das ZSW betont die Rolle eines landesweiten Clusters für Wissenstransfer, Pilotanlagen und Qualifizierung. Beide Einrichtungen unterstreichen, dass Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien – etwa lösemittelfreie Schritte und Recyclingkonzepte – bereits in die Prozessentwicklung einfließen.
Gelingt die technische und wirtschaftliche Skalierung, könnte Deutschland mit Standorten in Baden-Württemberg an einer nächsten Generation hocheffizienter Photovoltaikmodule beteiligt sein. Die Hürden sind benannt: die Langzeitstabilität der Perowskite, die Integration neuer Prozessschritte in bestehende Produktionsketten, verlässliche Zertifizierungen und die Kostenbeherrschung im industriellen Maßstab. Verifizierbar sind die gemeldeten Effizienzwerte, die Eröffnung der Laborinfrastruktur in Freiburg sowie die beschriebenen Entwicklungsarbeiten; belastbare, breit anwendbare Angaben zu konkreten Serienkosten und Zeitplänen für eine großvolumige Markteinführung liegen derzeit nicht vor.
Regionale Bedeutung: Mit den Einrichtungen in Freiburg und Karlsruhe bündelt Baden-Württemberg Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette von der Materialforschung über Prozessentwicklung bis zur Pilotfertigung. Das erhöht die Chancen, dass Know-how, Zulieferstrukturen und gegebenenfalls künftige Produktionskapazitäten im Land entstehen – vorausgesetzt, die technologischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen lassen sich in den kommenden Entwicklungsstufen erfüllen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).