Brandenburg

Barnim erhöht Kassenkredit – Defizit steigt auf 40,3 Millionen Euro

Der Kreistag des Landkreises Barnim hat einen Nachtragshaushalt beschlossen und den Kassenkredit auf 75 Millionen Euro angehoben. Das Defizit wächst um 9,9 Millionen Euro auf 40,3 Millionen Euro.

Der Kreistag des Landkreises Barnim hat einen Nachtragshaushalt für 2026 beschlossen und den maximalen Kassenkredit zur Sicherung der Liquidität auf 75 Millionen Euro angehoben. Nach Angaben der Verwaltung ist das Haushaltsdefizit um 9,9 Millionen Euro auf nun 40,3 Millionen Euro gestiegen. Landrat Daniel Kurth informierte die Abgeordneten in der Sitzung über die Verschlechterung der Finanzlage.

Als Hauptursache nennt die Kreisverwaltung außerplanmäßige Mehrbelastungen trotz bereits verhängter Haushaltssperre und eines Einstellungsstopps. In den Unterlagen zum Nachtragshaushalt werden unter anderem höhere laufende Aufwendungen und Nachzahlungen gegenüber früheren Haushaltsansätzen aufgeführt. Parallel bereitet die Verwaltung Gespräche über eine mögliche Anhebung der Kreisumlage vor, um die Einnahmen zu stabilisieren. Die Kreisumlage ist eine Zahlung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden an den Landkreis; über ihre Veränderung entscheiden Kreis und Kommunen im Rahmen der Haushaltsberatungen.

Die Beschlüsse stießen auf Widerspruch in Teilen des Kreistags. Péter Vida (BVB/Freie Wähler) kritisierte die Haushaltspolitik und warf dem Landrat vor, die finanzielle Lage vor der Wahl beschönigt zu haben. Zudem monierte er die Entscheidung, einen zweiten Beigeordneten zu bestellen; die jährlichen Kosten werden mit rund 200.000 Euro angegeben. Kurth und die CDU verteidigten die zusätzliche Dezernentenstelle mit dem Verweis auf umfangreiche Aufgaben im Sozial- und Jugendbereich und die Praxis vergleichbarer Landkreise. Diese Aussagen sind den jeweiligen Sprechern zugeordnet.

Die finanzielle Lage fügt sich in ein insgesamt angespanntes Bild der Kommunalfinanzen in Brandenburg. Mehrere Kreise und Städte meldeten 2026 steigende Defizite und reagierten mit Sparauflagen, Nachtragshaushalten oder Haushaltssperren. Für den Landkreis Barnim schafft der Nachtragshaushalt kurzfristig Spielräume zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit. Mittel- bis langfristig bleibt die Konsolidierung Aufgabe der laufenden Haushaltssteuerung: genannt werden striktere Ausgabendisziplin, eine abgestimmte Festsetzung der Kreisumlage mit den Kommunen und gegebenenfalls landesrechtliche Unterstützungen.

Konkrete Einzelmaßnahmen zur Dämpfung der Ausgaben und zur Verstetigung der Einnahmen sollen in den anstehenden Beratungen zwischen Verwaltung und Kreistag präzisiert werden. Eine abschließende Bewertung der Wirkung des Nachtragshaushalts auf das Jahresergebnis 2026 steht noch aus; sie hängt von weiteren Kostenentwicklungen und den Erträgen im laufenden Jahr ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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