Aktuell

Bayerischer Landtag drängt auf bessere Hilfe für junge Menschen mit Long Covid

Nach einer Debatte in München rückt die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long Covid in den Fokus. Leitlinien und eine G-BA-Richtlinie setzen auf koordinierte Diagnostik und Rehabilitation.

Kurzmeldung

Am 14. Oktober 2026 hat eine Debatte im Bayerischen Landtag die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long Covid erneut auf die politische Tagesordnung gesetzt. Im Mittelpunkt stehen eine frühzeitige, koordinierte Diagnostik und der Ausbau passender Therapie- und Rehabilitationsangebote in Bayern und bundesweit.

Fachlich maßgeblich sind in Deutschland die S1-Leitlinie Long/Post-COVID der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Hinweise des Robert Koch-Instituts sowie die Long-Covid-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die Vorgaben betonen eine stufenweise, biopsychosoziale Abklärung. Zunächst prüfen Hausärztin oder Hausarzt sowie Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte systematisch typische Beschwerden wie Fatigue, Belastungsintoleranz, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Atemnot, Herz-Kreislauf-Symptome, Schmerzen oder Schlafstörungen und schließen andere Ursachen aus.

Empfohlen werden anschließend symptomorientierte Maßnahmen mit klarer Zielsetzung: individuell angepasste Aktivitätssteuerung ohne starres Aufbautraining, Physio- und Ergotherapie zur Funktionsverbesserung, Logopädie bei kognitiven und sprachlichen Einschränkungen sowie psychotherapeutische Unterstützung bei psychischer Belastung. Bei komplexen Verläufen kann eine interdisziplinäre Rehabilitation angezeigt sein. Die Long-Covid-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zielt zudem auf eine bessere Koordination zwischen hausärztlicher Versorgung, Fachärztinnen und Fachärzten, Therapieberufen und Reha-Einrichtungen.

Ungeklärt bleibt, wie häufig Long Covid bei Minderjährigen auftritt. Studien liefern unterschiedliche Schätzungen, unter anderem wegen heterogener Definitionen und Erhebungsmethoden. Das erschwert einheitliche Versorgungswege. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde fordern daher verlässlich finanzierte Forschungsprogramme und eine stärker regionale Steuerung der Angebote, damit Betroffene schneller in spezialisierte Strukturen gelangen.

Für Familien bedeutet dies: frühzeitig ärztliche Abklärung suchen, Belastungen und Funktionsbeeinträchtigungen dokumentieren und vorhandene multimodale Angebote nutzen. Wichtig ist, zwischen gesicherten Empfehlungen in Leitlinien und Einzelfallberichten zu unterscheiden. Konkrete Vorhersagen zur Dauer oder zum Verlauf sind weiterhin unsicher; mit Blick auf Schule, Ausbildung und Teilhabe empfehlen Leitlinien eine enge Abstimmung zwischen Medizin, Reha, Psychotherapie und Sozialleistungsträgern. Politisch bleibt die Aufgabe, die in der Long-Covid-Richtlinie angelegte Koordination konsequent umzusetzen und regionale Lücken in Bayern und anderen Ländern zu schließen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk