Die Staatsregierung hat am 13. Oktober 2026 in München neue Befunde zur Krisenvorsorge in der bayerischen Landwirtschaft vorgelegt. Eine landesweite Erhebung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Auswertungen parlamentarischer Anfragen im Bayerischen Landtag zeigen: Viele Höfe haben Notfallpläne, Vorräte und einzelne Notstromlösungen eingerichtet, zugleich bestehen strukturelle Lücken, die im Ernstfall die Versorgung gefährden können.
Laut Ministerin Michaela Kaniber beteiligten sich im Frühjahr 2026 mehr als 16 000 Betriebe an einer Resilienz-Umfrage. Als zentrale Handlungsfelder nannte sie die sichere Wasserversorgung, belastbare Kommunikationswege und ausreichende Futter- sowie Treibstoffreserven. Die Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass insbesondere kleinere und mittlere Betriebe Treibstoff nur begrenzt bevorraten und häufig keine redundanten Telekommunikationsmittel vorhalten. Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten koppelt die Befunde mit Förderangeboten für Notstromtechnik und erweiterter Beratung zur betrieblichen Notfallplanung.
Im Bayerischen Landtag wurden in diesem Jahr mehrfach Berichte und Drucksachen zur Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe in kommunale und staatliche Katastrophenschutzstrukturen beraten. Im Fokus stehen die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr sowie die Rolle der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als Schnittstelle zu den lokalen Einsatzleitungen. Seit April 2026 arbeitet zudem das neue Landesamt für Bevölkerungsschutz an landesweiten Führungs- und Koordinationsaufgaben im Krisenfall.
Behörden und Fachverbände betonen die hohe Anpassungsfähigkeit der Branche, warnen aber vor wachsenden Risiken durch Dürreereignisse und Lieferkettenstörungen. Als kurzfristig wirksam gelten unbürokratische Zuschüsse für Notstromaggregate, klare Empfehlungen zur Lagerung von Futter und Treibstoff sowie verbindlichere Abstimmungswege zwischen Betrieben und den örtlichen Krisenstäben. Die Staatsregierung verweist darauf, dass vorhandene Programme ausgebaut und Beratungskapazitäten an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten weiter gestärkt werden sollen.
Die Folgeabschätzung bleibt getrennt von politischen Forderungen: Ohne zusätzliche Investitionen und eine engere operative Anbindung der Betriebe an den Katastrophenschutz drohen bei großflächigen Ausfällen Engpässe in der regionalen Lebensmittelversorgung. Über den Umfang künftiger Förderungen und rechtlicher Vorgaben entscheidet der Bayerische Landtag im Rahmen der Haushalts- und Gesetzesberatungen. Die entsprechenden Beratungen sind für den Herbst und Winter 2026 terminiert.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).