Die Staatsregierung hat am 31. August 2026 in München den Bericht zur Cybersicherheit in Bayern 2026 vorgestellt. Nach Angaben des Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik und der Polizei ist die Zahl der gemeldeten Cybervorfälle weiter gestiegen; ein wachsender Anteil wird aus dem Ausland gesteuert oder hat dort erkennbare Anknüpfungspunkte. Das Lagebild betont vor allem politisch und wirtschaftlich motivierte Angriffe sowie Aktivitäten staatlich unterstützter Akteure und professioneller Ransomware‑Gruppen.
Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) beschreibt eine breitere Nutzung automatisierter Werkzeuge und Künstlicher Intelligenz durch Täterinnen und Täter. Dies erhöhe sowohl das Angriffsvolumen als auch die technische Komplexität. Im behördlichen Lagebild werden aus Sicht der Staatsregierung ausländische Nachrichtendienste als Treiber politisch motivierter Operationen genannt, während für bereicherungsorientierte Straftaten grenzüberschreitende Täternetzwerke und Ransomware eine zentrale Rolle spielen. Die Vorstellung des Berichts erfolgte im Rahmen einer Pressekonferenz, an der das Innenministerium und das Finanzministerium beteiligt waren.
Das Lagebild führt gemeldete Vorfälle aus Cyberabwehr, Polizei und Verwaltung zusammen. Begleitunterlagen weisen dazu Fallzahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik sowie Angaben zum Meldestand in Behördennetzwerken aus. Konkrete Ermittlungen und Zuordnungen bleiben nach Behördenangaben vielfach schwierig, weil Angriffe über weltweit verteilte Infrastrukturen verschleiert werden. Die Staatsregierung ruft Unternehmen und Einrichtungen erneut dazu auf, Sicherheitsvorfälle rasch zu melden, um Angriffsserien früher zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu beschleunigen.
Im Hintergrund verweist die Staatsregierung auf den in den vergangenen Jahren ausgebauten institutionellen Rahmen: Das LSI, abgestimmte Lagebilder zwischen Polizei, Verfassungsschutz und Ministerien sowie gemeinsame Beratungs- und Reaktionsformate bilden die Grundlage für Prävention und Incident Response. Zugleich benennt der Bericht offene Punkte, darunter zusätzliche Fachkräftebedarfe, Lücken bei Grundschutz und Notfallübungen in der Wirtschaft sowie erhöhte Anforderungen beim Schutz kritischer Infrastrukturen.
Für die nächsten Monate kündigt die Landesregierung den Ausbau von Informations‑ und Unterstützungsangeboten an. Die Polizei betont verstärkte Ermittlungskooperationen mit Bundesstellen und internationalen Partnern. Einschätzungen zur Wirksamkeit geplanter Maßnahmen werden im Bericht ausdrücklich als Prognosen gekennzeichnet; sie beruhen auf der aktuellen Bedrohungsanalyse und auf Erfahrungswerten aus abgeschlossenen und laufenden Verfahren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).