Bayern nutzt den International Roundtable on Community Paramedicine in Regensburg, um internationale Praxisbeispiele für die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes zu prüfen. Das Bayerische Staatsministerium des Innern erklärte am 7. Oktober 2026, man wolle bewährte Modelle aus mehr als zwanzig Ländern sichten und auf ihre Übertragbarkeit in bayerische Strukturen testen. Hintergrund sind anhaltende Debatten über Personalengpässe, Hilfsfristen und die Rolle telemedizinischer Angebote.
Zentrale Prüfbereiche sind nach Angaben des Ministeriums Konzepte der Community Paramedicine, der weitere Rollout des Telenotarzt und eine stärkere Einbindung freiwilliger und kommunaler Akteure. Zudem soll der organisatorische Zuschnitt zwischen Notfall- und Krankentransport sowie die digitale Einsatzsteuerung auf internationale Vorbilder hin abgeglichen werden. Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes und weiterer Hilfsorganisationen sind in Regensburg eingebunden und präsentieren operative Beispiele.
Die Staatsregierung verweist auf bereits laufende Anpassungen im Landesrecht. Änderungen am Bayerischen Rettungsdienstgesetz und zugehörigen Ausführungsregelungen, die 2026 in Kraft traten, präzisieren unter anderem Zuständigkeiten der Integrierten Leitstellen, Vorgaben zu Hilfsfristen und technische Standards. Ergänzend hat der Ministerrat Programme zur Infrastruktur und zur Luftrettung beschlossen. Diese Maßnahmen bilden nach Regierungsangaben den Rahmen, in den mögliche internationale Elemente eingebettet würden.
Bundespolitisch ist die Notfallreform ein weiterer Bezugspunkt. Das Bundeskabinett hatte im April 2026 Eckpunkte beschlossen, die bundeseinheitliche Standards und ein neues Fachgremium für die medizinische Notfallrettung vorsehen. Bayern betont, landeseigene Vorhaben mit den bundesweiten Zuständigkeiten abzugleichen. Zugleich gelte: Übernahmen aus dem Ausland müssten mit deutschem Recht, den föderalen Zuständigkeiten und den bestehenden Strukturen kompatibel sein.
Konkrete Entscheidungen über neue Verfahren kündigte das Innenministerium nicht an. Ob und in welchem Umfang internationale Ansätze in Bayern umgesetzt werden, soll nach Folgeprüfungen, rechtlicher Bewertung und Finanzierungsentscheidungen festgelegt werden. Der Austausch in Regensburg dient dem Freistaat damit als Testfeld: Modelle wie ein erweitertes Aufgabenprofil für Rettungsdienstpersonal bei nicht-akuten Einsätzen, spezialisierte Lenkung zwischen Notfällen und planbaren Transporten sowie der breite Einsatz telemedizinischer Unterstützung werden auf Praxistauglichkeit für den ländlichen Raum und urbane Zentren abgeklopft.
Der Kongress in Regensburg liefert Bayern damit einen aktuellen Anlass, den Reformpfad im Rettungsdienst zu schärfen – mit internationalem Blick, aber unter Beachtung der rechtlichen und finanziellen Grenzen im Land.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).