Bayern treibt seine Drohnenabwehr voran: Die Staatsregierung baut das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum in Erding aus und rüstet die Bayerische Polizei personell und technisch weiter auf. Hintergrund sind laut Bayerischer Verfassungsschutz vermehrte Hinweise auf hybride Bedrohungen im ersten Halbjahr 2026, darunter Spionage, Desinformationskampagnen, Cyberangriffe und der Missbrauch unbemannter Luftfahrtsysteme.
Das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum in Erding wurde Anfang Mai 2026 von Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann eröffnet. Es bündelt operative Erfahrung der Sicherheitsbehörden mit Forschungsergebnissen und industrieller Entwicklung. Nach Angaben der Staatsregierung werden dort Verfahren zur Detektion und Abwehr von Drohnen erprobt, Einsatzkonzepte entwickelt und Schulungen organisiert. Auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, Forschungseinrichtungen und Anbietern ziviler und behördlicher Systeme ist Teil des Auftrags.
Der Doppelhaushalt 2026/2027 sieht zusätzliche Mittel und Stellen für Projekte der Drohnendetektion und -abwehr vor. Die Bayerische Polizei modernisiert dabei ihre Ausstattung für Luftraumüberwachung, Funkpeilung und Abwehrmaßnahmen. Die Maßnahmen sind laut Innenressort auf den Schutz kritischer Infrastruktur und öffentlicher Räume ausgerichtet und werden landesweit mit den Polizeipräsidien vernetzt.
Die Staatsregierung verweist zugleich auf föderale Zuständigkeiten: Drohnenlagen berühren Luftrecht, polizeiliche Eingriffsbefugnisse und Meldepflichten von Betreibern kritischer Infrastruktur. Empfehlungen der Innenministerkonferenz und der europäische Rahmen zur Drohnensicherheit dienen als Referenz. Bayern strebt hierfür enge Abstimmungen mit Bundesbehörden und Nachbarländern an, um Einsatzregeln, Lagebilder und technische Schnittstellen zu harmonisieren.
Offen bleiben rechtliche und praktische Fragen, vor allem beim Eingriff in urbanem Umfeld. Dazu zählen die Verhältnismäßigkeit von Abwehrmaßnahmen, der Schutz unbeteiligter Kommunikation bei Funkmaßnahmen und die Interoperabilität verschiedener Sensorsysteme. Das Bayerische Staatsministerium des Innern kündigt hierzu Fortbildungen, Übungen und Informationsangebote für Unternehmen an. Cluster und Netzwerke in der Luft- und Raumfahrt unterstützen die Praxisnähe, etwa bei Testfeldern, Standardisierung und der Evaluierung von Detektionsgüten.
Die Staatsregierung ordnet die Schritte als präventive Antwort auf die dokumentierte Bedrohungslage ein. Der Bayerischer Verfassungsschutz sieht in hybriden Aktivitäten ausländischer und extremistischer Akteure einen anhaltenden Trend. Die bayerischen Maßnahmen setzen deshalb auf drei Säulen: operative Bündelung in Erding, technische Ausrüstung der Einsatzkräfte und rechtlich-organisatorische Beratung für Behörden und Betreiber. Weitere Anpassungen sind mit Blick auf Technikfortschritt und Bundesvorgaben angekündigt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).