Die Schleuse Gleesen am Dortmund-Ems-Kanal ist nach einem Antriebsausfall wieder geöffnet. Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bestätigte die Freigabe am 8. Oktober 2026. Zuvor war die Anlage im Emsland seit der Nacht zum 7. Oktober nicht passierbar. Betroffen war der Antrieb eines Schleusentors, der in den frühen Morgenstunden ausfiel. Ein defektes Bauteil wurde ausgetauscht, anschließend nahm die Schleuse den Regelbetrieb wieder auf, wie NDR und Tagesschau unter Verweis auf die Behörde berichteten.
Die Störung trifft eine Anlage, die erst vor wenigen Wochen nach mehrjährigem Neubau in Betrieb gegangen war. Der Abriss der alten Schleuse und der Neubau sind Teil des Programms Neue Schleusen DEK-Nord. Da keine Altanlage mehr zur Verfügung steht, fehlte während der Sperrung eine Ausweichmöglichkeit. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme war es zu einem ersten Torproblem gekommen; der nun behobene Ausfall ist der zweite Defekt an einem Schleusentor seit der Wiedereröffnung.
Die Sperrung führte nach Angaben der Branche zu Wartezeiten für die Binnenschifffahrt. Der Dortmund-Ems-Kanal gilt als zentrale Nord-Süd-Achse im deutschen Binnenwasserstraßennetz. Engpässe an einzelnen Schleusen wirken sich schnell auf Transportketten aus, insbesondere wenn gleichzeitig niedrige Wasserstände andere Routen einschränken. Spediteure und Schiffsführungen berichteten während der Störung von Verzögerungen im Tagesablauf, ohne jedoch konkrete Schadenssummen zu nennen.
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung kündigte an, die Ursachenanalyse fortzusetzen. Neben dem ausgetauschten Bauteil sollen alle Antriebe der Schleusentore überprüft werden, um erneute Ausfälle zu vermeiden. Konkrete weitere Maßnahmen über die laufende Wartung hinaus nannte die Behörde zunächst nicht. Nach derzeitigem Stand ist der Betrieb wieder freigegeben; Einschränkungen wurden am 8. Oktober nicht mehr gemeldet.
Der Neubau in Gleesen ist Teil eines größeren Modernisierungsprogramms an norddeutschen Kanälen. Ziel ist, Kapazität, Verfügbarkeit und Sicherheit der Schleusen zu erhöhen. Die jüngste Störung zeigt jedoch die Anfälligkeit einzelner Knotenpunkte, solange parallele Kapazitäten fehlen. Für die kommenden Wochen rechnet die Branche nach der Freigabe mit einer schrittweisen Normalisierung des Verkehrs auf dem Dortmund-Ems-Kanal. Prognosen zu möglichen Nacharbeiten an der Schleuse bleiben dem Ergebnis der technischen Prüfung vorbehalten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).