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Belarus fahndet nach vier Journalistinnen der Deutschen Welle

Belarussische Behörden haben laut Deutschlandfunk und Reporter ohne Grenzen die Fahndung nach vier Mitarbeiterinnen der Deutschen Welle eingeleitet. Der Sender spricht von Einschüchterung und politisch motivierter Verfolgung.

Belarussische Behörden haben am 6. November 2026 die Fahndung nach vier Journalistinnen der Deutschen Welle eingeleitet. Das bestätigten der Deutschlandfunk sowie Reporter ohne Grenzen. Betroffen sind den Angaben zufolge Olga Kapustina, Alexandra Boguslawskaja, Ulyana Babayed und Katsiaryna Kryshanouskaja.

Die Deutsche Welle verurteilte die Maßnahme scharf und sprach von einem Versuch, unabhängige Berichterstattung zu kriminalisieren und Medienschaffende einzuschüchtern. Auch Reporter ohne Grenzen kritisierte das Vorgehen als politisch motiviert. Nach Darstellung der Organisation stehen die Schritte im Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen in Belarus wegen des Vorwurfs der Beteiligung an einer als extremistisch eingestuften Vereinigung. Eine Stellungnahme der Behörden in Minsk zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor.

Die Einstufung journalistischer Inhalte als „extremistisch“ ist in Belarus seit Jahren ein zentrales Instrument staatlicher Medienkontrolle. Bereits 2024 wurden Angebote der Deutschen Welle im Land als extremistisch bezeichnet und Aktivitäten des Auslandssenders untersagt. In der Folge berichteten Medienverbände von vermehrten Strafverfahren, Durchsuchungen und Ausreisezwängen gegen unabhängige Journalistinnen und Journalisten. Internationale Beobachter sehen darin eine systematische Einschränkung der Pressefreiheit.

Nach belarussischer Rechtslage drohen den Betroffenen bei entsprechenden Vorwürfen Haftbefehle, Strafverfolgung und Einträge in polizeiliche Datenbanken, die auch in Nachbarstaaten Auswirkungen haben können. Menschenrechts- und Medienorganisationen warnen, dass Exiljournalistinnen besonders gefährdet sind, etwa bei Reisen oder Transitaufenthalten. Angehörige, die in Belarus verbleiben, seien erhöhtem Druck ausgesetzt.

Reporter ohne Grenzen forderte die sofortige Aufhebung der Fahndung und rief zu internationaler Solidarität auf. Die Deutsche Welle kündigte an, die betroffenen Kolleginnen zu unterstützen und das Informationsangebot für das Publikum in Belarus fortzuführen.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Maßnahmen gegen unabhängige Medien in Belarus seit den Protesten der Jahre 2020 und 2021 ein. Verbände wie die Belarusian Association of Journalists berichten seitdem von hunderten Festnahmen, Verfahren wegen angeblicher Extremismus-Unterstützung und einem Klima der Abschreckung. Für deutsche Institutionen wie die Deutsche Welle hat dies unmittelbare Folgen: Der Zugang zu lokalen Quellen wird erschwert, Sicherheitsrisiken steigen, und die Berichterstattung muss stärker aus dem Exil organisiert werden. Diplomatische Reaktionen aus Deutschland und der Europäischen Union werden in ähnlichen Fällen regelmäßig geprüft, Ziel ist dabei der Schutz von Journalistinnen und Journalisten sowie die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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