Berlin erlebt erneut einen spürbaren Anstieg unbrauchbarer Kleiderspenden in Altkleidercontainern. Am 1. November 2026 berichten betroffene Betreiber und Entsorger, dass stark verschmutzte, beschädigte oder falsch entsorgte Gegenstände die Sortierung erschweren und Kosten in die Höhe treiben. Soziale Kleiderkammern können einen wachsenden Teil der eingeworfenen Ware nicht verwerten und müssen zusätzlich entsorgen.
Als Beispiel nennt die Berliner Stadtmission ihren Textilhafen: Nach früheren Angaben fällt dort regelmäßig eine Menge unbrauchbarer Ware von bis zu einer Tonne pro Woche an, abhängig vom Spendenaufkommen. Auch aktuell schildern Verantwortliche volle Sammelstellen und sinkende Anteile tatsächlich tragfähiger Kleidung. rbb24 dokumentiert entsprechende Vor-Ort-Eindrücke aus Berlin.
Die Berliner Stadtreinigung verweist auf die seit dem 1. Januar 2025 geltende Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien. Saubere und tragfähige Stücke sollen wiederverwendet werden; nur nicht mehr nutzbare Textilien gehören in die dafür vorgesehenen Kanäle. Die BSR hat Recyclinghöfe und Kieztage als gebührenfreie Abgabestellen etabliert und gibt vor, dass Container bedarfsgerecht und mindestens wöchentlich geleert werden. Dennoch steigen laut Betreibern Transport- und Sortieraufwand, weil der Fehlwurfanteil hoch bleibt.
Tatsache ist: Der Anteil gebrauchsfähiger Spenden sinkt, Mehraufwand und Kosten wachsen, soziale Angebote geraten unter Druck. Zugeschriebene Ursachen sind neben Unkenntnis bei Spenderinnen und Spendern auch eine Zunahme von Fast-Fashion-Artikeln mit geringer Haltbarkeit. Prognostisch erwarten Fachleute ohne Gegensteuerung weiter steigende Entsorgungsmengen.
Als Reaktion werden mehrere Maßnahmen diskutiert: erstens strengere Standplatzkontrollen und klarere Vorgaben für kommerzielle Altkleidercontainer; zweitens eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit zur richtigen Abgabe; drittens der Ausbau von Re-Use-Angeboten in kommunalen Strukturen, etwa über Tauschläden oder gezielte Rückführung in Kleiderkammern. Politische Entscheidungen darüber liegen bei den zuständigen Berliner Stellen.
Für Haushalte gilt in Berlin unverändert: Nur saubere, trockene und tragfähige Kleidung in Altkleidercontainer geben oder direkt bei sozialen Sammelstellen, Recyclinghöfen oder Kieztagen der Berliner Stadtreinigung abgeben. Beschädigte oder nasse Textilien gehören nicht in die Container, um die Wiederverwendung nicht zu gefährden. So lassen sich Verwertungsquoten verbessern und zusätzliche Entsorgungskosten bei gemeinnützigen Trägern begrenzen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).