Bayern

Bernreiter fordert mehr Bundesgeld gegen Kürzungen im Regionalverkehr

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter verlangt zum Start der Länderrunde zusätzliche Mittel des Bundes, um wegen steigender Trassenentgelte und Baustellen drohende Zugkürzungen im Nahverkehr zu verhindern.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter hat am 20. Oktober 2026 die Bundesregierung zu zusätzlichen Finanzhilfen für den Schienenpersonennahverkehr aufgefordert. Hintergrund sind angekündigte Erhöhungen der Trassenentgelte durch die DB InfraGO ab 2027 sowie eine wachsende Zahl von Langsamfahrstellen, die das Angebot unter Druck setzen. Ohne spürbaren Bundesbeitrag drohten Kürzungen bei Regionalzügen, warnte Bernreiter.

Die Forderung ist Thema der Verkehrsministerkonferenz der Länder, die am 21. und 22. Oktober 2026 in Lindau tagt. Nach Darstellung aus Länderkreisen geht es um eine mehrjährige, verlässliche Finanzierung der Generalsanierungen im Netz und um Ausgleichszahlungen für höhere Trassenentgelte. Die Länder verweisen auf eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe in den kommenden Jahren und sehen sich nicht in der Lage, diese allein zu schließen. Für Bestellung und Finanzierung des Nahverkehrs sind die Länder zuständig; über Entgelte für die Nutzung der Infrastruktur entscheiden jedoch Bahnunternehmen und Bundesbehörden.

Bernreiter kritisiert zudem, dass verschiedene Verkehre in hochbelasteten Korridoren um knappe Trassen konkurrieren. Aus Sicht der Länder gefährdet dies den Schienenpersonennahverkehr, wenn Bauarbeiten, Engpässe und steigende Kosten zusammentreffen. Gefordert werden bundeseinheitliche, transparente Regeln für die Trassenvergabe sowie mehr Planungssicherheit, damit vereinbarte Nahverkehrsleistungen nicht kurzfristig reduziert werden müssen. Bayern hat dazu flankierende Initiativen in den Bundesrat eingebracht.

Die Landesregierung verweist auf deutliche Zuwächse bei Langsamfahrstellen in Bayern, die zu Notfahrplänen, Schienenersatzverkehr und längeren Reisezeiten führen. Bernreiter verlangt von der Deutschen Bahn einen belastbaren Plan zur zügigen Reduzierung dieser Engpässe. Bundesregierung und DB InfraGO haben den Sanierungsbedarf eingeräumt; aus Sicht der Länder fehlen jedoch ausreichende, dauerhaft gesicherte Zusagen für Finanzierung und Kapazitätsmanagement.

Unstrittig ist, dass anstehende Generalsanierungen und Baustellenphasen vorübergehend zu Einschränkungen führen können. Die Länder erklären, sie akzeptierten notwendige Arbeiten, forderten aber klare Prioritäten zugunsten des Regionalverkehrs, abgestimmte Ersatzkonzepte und finanzielle Kompensation. Ob der Bund zusätzliche Mittel bereitstellt, ist offen. Beschlüsse der Verkehrsministerkonferenz entfalten zunächst politischen Druck; konkrete Finanzentscheidungen liegen bei der Bundesregierung und dem Bundestag.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk