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Bodenseepegel bleibt im September außergewöhnlich niedrig

Der Wasserstand des Bodensees liegt Mitte September 2026 deutlich unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Behörden sehen kurzfristig keine Entspannung.

Der Bodensee verharrt Mitte September 2026 auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau. Am 19. September meldeten die Messstellen für den Pegel Konstanz Tagesmittelwerte, die für diese Jahreszeit deutlich unter dem langjährigen Vergleich liegen. Zuständige Fachstellen erwarten bis Monatsende keine spürbare Erholung und halten ein weiteres leichtes Absinken für möglich.

Die Lage wird von mehreren Behörden und Fachdiensten übereinstimmend beschrieben. Nach Auswertungen von PegelOnline und der Hochwasser-Vorhersagezentrale Baden-Württemberg bewegen sich die aktuellen Werte am Pegel Konstanz deutlich unter dem jahreszeitlichen Mittel. Das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg geht in seinen Lageberichten davon aus, dass die Wasserstände im Verlauf des Septembers sehr niedrig bleiben dürften, solange ergiebige Niederschläge im Einzugsgebiet ausbleiben.

Fachleute führen die Entwicklung vor allem auf drei Faktoren zurück: fehlende Schneereserven im Alpenraum nach einem trockenen Winter, anhaltende Niederschlagsarmut im Frühjahr und Sommer 2026 sowie insgesamt geringe Zuflüsse aus den Alpen und dem Alpenrhein. Dadurch fehlen dem Bodensee die im Spätsommer und Herbst üblichen Zuflüsse, die den Wasserstand sonst stabilisieren. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ordnet vergleichbare Wasserstandsschwankungen im Trend einer wachsenden klimatischen Variabilität ein, ohne einzelne Ereignisse allein dem Klimawandel zuzuschreiben.

Auswirkungen zeigen sich bereits in mehreren Bereichen rund um den See. Für die Schifffahrt erschweren geringere Fahrwassertiefen den Betrieb; örtlich können Anpassungen an Häfen und Fährverbindungen nötig werden. Trinkwasserversorger und Kommunen beobachten mögliche Folgen für Entnahmen und Schutzgebiete. Zugleich verweisen Behörden auf lokale Unterschiede: Nicht alle Uferabschnitte sind gleichermaßen betroffen, und betriebliche Maßnahmen vor Ort können Einschränkungen teilweise abfedern.

Für die kommenden Wochen rechnen die Lagezentren nur bei anhaltend nasser Witterung im Alpenraum mit einer Entspannung. Entscheidend wären verbreitete, ergiebige Niederschläge und ein Anstieg der Zuflüsse. Mittel- bis langfristig sehen Wasserwirtschaft und Umweltbehörden einen verstärkten Bedarf an abgestimmtem, grenzüberschreitendem Management zwischen Baden-Württemberg, den Schweizer Kantonen und Österreich. Dazu zählen frühzeitige Informationsflüsse, flexible Betriebsweisen und die Prüfung von Anpassungsmaßnahmen im Küsten- und Hafenbereich. Prognosen bleiben mit Unsicherheiten behaftet, da sie stark von kurzfristigen Wetterentwicklungen abhängen.

Die Behörden betonen, dass Lageberichte und Messreihen regelmäßig aktualisiert werden. Kommunen, Betriebe und Anwohnerinnen und Anwohner sollen sich an die Hinweise der örtlich zuständigen Stellen in Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich halten, da spezifische Regelungen wie Entnahmebeschränkungen regional getroffen werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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