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Boostedt: Land zieht Justizvollzugsschule aus Rantzau-Kaserne ab

Die Landesregierung gibt den geplanten Schulstandort in der früheren Rantzau-Kaserne auf. Boostedts Bürgermeister kritisiert fehlende Zusagen und fordert Klarheit für Gemeinde, Beschäftigte und Ausbildung.

Die Justizvollzugsschule wird nicht wie geplant in der früheren Rantzau-Kaserne in Boostedt (Kreis Segeberg) verbleiben. Nach Angaben aus Gemeinde und Landesverwaltung zeichnet sich eine Verlagerung des Ausbildungsstandorts ab. Boostedts Bürgermeister kritisiert den Kurswechsel scharf und verlangt kurzfristig schriftliche Zusagen zu Aufgaben, Fristen und Ersatzstandort – auch mit Blick auf Beschäftigte und die laufende Ausbildungsplanung des Landes.

Aus dem Rathaus heißt es, die Entscheidung sei unzureichend vorbereitet und stoße vor Ort auf Unverständnis. Das Land Schleswig-Holstein verweist dem Vernehmen nach auf einen erneut geprüften militärischen Bedarf der Bundeswehr für Teile des Areals. Daraus ergebe sich, dass die in Boostedt vereinbarte Nutzung nicht vollständig wie vorgesehen umgesetzt werden könne. Eine Bestätigung, dass die Landesunterkunft auf dem Gelände weitergeführt werden soll, liegt vor; offen bleiben hingegen der zukünftige Sitz der Justizvollzugsschule und der genaue Zeitplan.

Hintergrund ist eine Verwaltungsvereinbarung von Land und Gemeinde aus dem Jahr 2024. Diese sah eine dauerhafte zivile Nachnutzung vor: Neben der Landesunterkunft sollten ein Katastrophenschutzlager und ein Neubau für die Justizvollzugsschule entstehen. Bereits Ende 2024 und Anfang 2025 hatten Schreiben aus Kiel auf mögliche Zielkonflikte mit einer späteren militärischen Nachnutzung hingewiesen. Eine landesseitige Information vom 24. Februar 2026 bekräftigte, dass militärische Prüfungen laufen, Übergangsfristen verlängert werden könnten und Alternativstandorte für einzelne Nutzungen zu prüfen seien.

Nach jetzigem Stand bleibt der Kernkonflikt bestehen: Während die Gemeinde Planungssicherheit und Verlässlichkeit einfordert, priorisieren der Bund und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Flächenverfügbarkeit für militärische Zwecke. Aus dem Justizbereich gibt es bislang keine öffentliche, verbindliche Zusage zu einem konkreten Ersatzstandort für die Ausbildung. Für Boostedt bedeutet der Abzug der Justizvollzugsschule den Verlust einer vorgesehenen Infrastruktur samt Dienst- und Unterkunftsleistungen, die in den vergangenen Jahren vorbereitet wurden.

Wie schnell eine Standortentscheidung fällt, ist offen. Das Land kündigt an, die Gemeinde einzubinden und den Übergang so zu gestalten, dass Ausbildungsgänge fortgesetzt werden können. Die Gemeinde Boostedt fordert, die Zuständigkeiten klar zu ordnen und belastbare Termine zu nennen. Bis dahin bleibt die Zukunft der Justizvollzugsschule außerhalb der Rantzau-Kaserne ebenso ungeklärt wie der Umfang weiterer ziviler Nutzungen auf dem Gelände.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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