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Braunschweig verlegt ersten Stolperstein für Sinti und Roma

In Braunschweig ist am 4. November 2026 ein Stolperstein für Wilhelmine Schmidt verlegt worden – nach Angaben der lokalen Initiative und der Propstei Braunschweig der erste in der Stadt, der ausdrücklich einer Angehörigen der…

In Braunschweig ist am 4. November 2026 vor dem Haus Zum Ölpersee 13 ein Stolperstein für Wilhelmine Schmidt verlegt worden. Nach übereinstimmenden Angaben der Initiative „Stolpersteine für Braunschweig“ und der Propstei Braunschweig handelt es sich um den ersten Gedenkstein in der Stadt, der ausdrücklich einer Angehörigen der Sinti und Roma gewidmet ist. Die Einbettung des Messingsteins in den Gehweg erfolgte im Beisein des Künstlers Gunter Demnig, von Angehörigen und von Vertreterinnen und Vertretern zivilgesellschaftlicher Gruppen.

Die Initiativen sehen in der Verlegung einen sichtbaren Schritt, die Geschichte der in Braunschweig lebenden Sinti und Roma im öffentlichen Raum stärker zu verankern. Nach Recherchen der lokalen Stolperstein-Gruppe war Wilhelmine Schmidt, in Dokumenten auch „Piza“ genannt, Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. Biografische Eckdaten wurden im Vorfeld zusammengetragen und im Rahmen der Zeremonie vorgestellt. Organisatorinnen betonten, eine belastbare Erinnerungskultur müsse alle Opfergruppen nennen und namentlich würdigen. Diese Aussagen sind wertende Einordnungen der Beteiligten.

Stolpersteine sind Teil eines europaweiten Projekts von Gunter Demnig. Sie erinnern an Menschen, die unter der NS-Diktatur entrechtet, deportiert oder ermordet wurden, und werden in der Regel vor deren letzten frei gewählten Wohnadressen verlegt. In Braunschweig existieren seit Jahren zahlreiche solcher Steine; die Mehrheit erinnert an jüdische Opfer sowie an weitere Verfolgte. Mit der Verlegung für Wilhelmine Schmidt wird das lokale Gedenkfeld um die explizite Nennung einer Angehörigen der Sinti- und Roma-Gemeinschaften erweitert.

Nach Angaben der beteiligten Gruppen werden Entscheidungen über neue Steine in Braunschweig in Abstimmung zwischen Antragstellenden, der Stadt Braunschweig, Forschenden und Angehörigen getroffen. Vertreterinnen der Kirche und zivilgesellschaftliche Initiativen verwiesen bei der Veranstaltung darauf, dass die Anerkennung der Verfolgung von Sinti und Roma in der bundesdeutschen Erinnerungskultur lange verzögert gewesen sei. Zugleich forderten sie verstärkte Bildungsarbeit. Diese Forderungen sind Positionen der Beteiligten und keine Beschlüsse der Verwaltung.

Politische und kulturelle Akteurinnen der Stadt werten die Verlegung als Impuls für weitere Recherchen zu bislang wenig bekannten Biografien. Konkrete nächste Schritte nannte die Stadt Braunschweig zunächst nicht; Aussagen zu künftigen Verlegungen erfolgten allgemein. Fest steht der dokumentierte Ort der Verlegung, die Person Wilhelmine Schmidt und die Teilnahme von Gunter Demnig. Ob weitere Steine für Angehörige der Sinti und Roma folgen, hängt laut Initiativen von weiteren Nachweisen, Anträgen und Abstimmungen ab.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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