Kurzmeldung
Mit einem Spatenstich ist am 30. Oktober in Hamburg die Erweiterung und Sanierung des Internationalen Produktionshauses Kampnagel gestartet. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bezeichnete das Vorhaben als größtes Zuwendungsbauprojekt seines Hauses im laufenden Jahr. Der Bund stellt dafür bis zu 60 Millionen Euro bereit. Nach offiziellen Angaben belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 168 Millionen Euro; die Freie und Hansestadt Hamburg trägt den verbleibenden Anteil.
Das Pariser Architekturbüro Lacaton & Vassal, Sieger des Architekturwettbewerbs, soll die denkmalgeschützten Maschinenfabrikhallen modernisieren, erweitern und für künftige Anforderungen der freien Szene ertüchtigen. Vorgesehen sind unter anderem verbesserte Produktionsbedingungen, eine zeitgemäße technische Infrastruktur sowie zusätzliche Kapazitäten für internationale Koproduktionen. Die Bauzeit wird mit etwa drei Jahren veranschlagt. Verbindliche Termine für einzelne Bauabschnitte oder die Wiedereröffnung wurden nicht genannt.
Weimer würdigte Kampnagel als Ort, der über Jahre hinweg künstlerische Innovation hervorgebracht habe. Nach Angaben der Bundesregierung ist das Projekt Teil der Kulturbauten-Förderlinie, mit der der Bund bedeutende Kultureinrichtungen gemeinsam mit Ländern und Kommunen kofinanziert. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda betonte beim Auftakt den stadt- und kulturpolitischen Stellenwert des Hauses.
Kampnagel ist seit 1982 eine zentrale Adresse für zeitgenössische darstellende Kunst. Nach Angaben der Träger soll der Spielbetrieb während der Arbeiten so weit wie möglich aufrechterhalten werden. Debatten in der Kulturszene richten sich auf die Vereinbarkeit von Denkmalschutz und baulicher Erneuerung, auf die Logistik eines laufenden Programms im Umbau sowie auf die finanzielle Tragfähigkeit großer Infrastrukturprojekte, die langfristige Folgekosten mit sich bringen können. Konkrete Detailplanungen und weitere Informationen wollen die Projektverantwortlichen stufenweise veröffentlichen.
Die heute bekräftigte Zusage des Bundes über bis zu 60 Millionen Euro und der offizielle Baubeginn markieren den aktuellen Nachrichtenanlass. Hintergrund ist ein seit Jahren vorbereitetes Vorhaben, das in Fachkreisen breit begleitet wird. Ungeachtet einzelner kulturpolitischer Bewertungen liegen die geprüften Kernangaben – Finanzierungsrahmen, Zuständigkeiten, Planungsstand und Baustart – nach übereinstimmenden Mitteilungen von Bundesregierung und Stadt Hamburg vor.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).