Die Bundesregierung hat am 15. Oktober 2026 ein neues Beratungsnetzwerk für den Ausbau von Wohnheimplätzen für Auszubildende angekündigt und flankierende Förderungen bekräftigt. Ziel ist es, Planungen zu beschleunigen, Projekte zu bündeln und Hürden bei Finanzierung, Trägerschaft und Baurecht abzubauen. Als Handlungsdruck nennt die Regierung den anhaltenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, insbesondere in Großstädten. In Berichten ist von bundesweit rund 20.000 speziellen Wohnheimplätzen für Auszubildende die Rede.
Federführend ist das Bundesbauministerium. Das Beratungsangebot soll Länder, Kommunen, Bildungsträger und Wohnungsunternehmen vernetzen und bei der Projektentwicklung unterstützen. Die Regierung verweist zugleich auf das Programm Junges Wohnen, mit dem seit 2023 gezielt Wohnheime und bezahlbarer Wohnraum für Studierende und Auszubildende gefördert werden. Nach Angaben aus parlamentarischen Unterlagen wurden 2024 mehr Vorhaben bewilligt als 2023; für die kommenden Jahre sind weitere Mittel eingeplant. Konkrete Summen nannte die Bundesregierung am Dienstag nicht, sie betont jedoch die Einbindung von Auszubildenden-Wohnheimen in die bestehende Förderung.
Das Problem trifft laut Regierungsdarstellung und Rückmeldungen aus Ländern vor allem Ballungsräume, in denen die Ausbildungsvergütung die Mieten häufig nicht deckt. Das Beratungsnetzwerk soll deshalb auch auf standardisierte Modelle für Bau, Betrieb und Belegung hinwirken, um Vorlaufzeiten zu verkürzen und Projekte wirtschaftlich tragfähig zu machen. Der Bundestag begleitet die Umsetzung mit Anfragen und Berichten zu Bewilligungen, Baufortschritt und Nutzung.
Länder und Kommunen treiben eigene Initiativen voran. Berlin hat 2026 kommunale Wohnheime für Auszubildende eröffnet und Bewerbungsverfahren gestartet. Baden-Württemberg verweist in seinen Förderstatistiken auf deutliche Zuwächse beim geförderten Neubau. Beide Beispiele werden von der Bundesregierung als Ansatzpunkte für eine engere Verzahnung zwischen Bundesprogrammen und landesseitigen Förderwegen genannt.
Eine konkrete Zielzahl für zusätzliche Wohnheimplätze legte die Bundesregierung am 15. Oktober nicht fest. Fachpolitiker und Branchenvertreter erwarten, dass ohne beschleunigte Planung, schnellere Fördermittelvergabe und verlässliche Betriebskonzepte die Engpässe in Metropolregionen fortbestehen. Als Folgen nennen sie erschwerte Ausbildungsstarts, höhere Pendel- und Umzugskosten sowie eine gedämpfte Wirkung von Fachkräftemaßnahmen. Die Bundesregierung stellt in Aussicht, die Wirksamkeit des Beratungsnetzwerks und der Förderung fortlaufend zu evaluieren und dem Bundestag über Fortschritte zu berichten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).