Schleswig-Holstein

Bund und Land fördern Ausbau des Vishay-Werks in Itzehoe mit 215 Millionen Euro

Bund und Schleswig-Holstein haben einen gemeinsamen Förderbescheid über rund 215 Millionen Euro an Vishay Siliconix für den Ausbau der Chipproduktion in Itzehoe übergeben.

Bund und Land haben am 30. Oktober 2026 in Itzehoe einen gemeinsamen Förderbescheid über insgesamt rund 215 Millionen Euro an die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH übergeben. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz trägt der Bund mit 172 Millionen Euro den Hauptanteil, Schleswig-Holstein steuert etwa 43 Millionen Euro bei. Die Übergabe erfolgte durch den schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister zusammen mit Vertretern des Bundes.

Die Mittel sind für den Ausbau der Produktionskapazitäten am Standort Itzehoe vorgesehen. Konkret soll der Umstieg von 200‑Millimeter‑ auf 300‑Millimeter‑Wafer finanziert werden. Das größere Wafer-Format ermöglicht nach übereinstimmenden Angaben von Ministerium und Unternehmen eine deutlich höhere Ausbeute je Fertigungslauf. Beide Seiten verweisen auf Skaleneffekte, die die Stückkosten senken und die Versorgungssicherheit der Industrie verbessern sollen.

Vishay Siliconix und die Landesregierung betonen, dass der Ausbau die Belieferung der heimischen Industrie mit Leistungshalbleitern stärkt und in das europäische Mikroelektronik-Ökosystem einzahlt. In diesem Zusammenhang wird eine spürbare Kapazitätssteigerung am Standort erwartet; konkrete Produktionsziele bleiben abhängig von Hochlauf und Abnahmeverträgen. Der Förderbescheid umfasst nach offiziellen Angaben Vorgaben zu Meilensteinen und Berichtspflichten, die an die Auszahlungstranchen geknüpft sind.

Die Landesregierung nennt eine Beschäftigungswirkung von rund 250 Stellen, die am Standort gesichert oder neu geschaffen werden sollen. Oppositionsvertreter forderten bei der Übergabe zusätzliche Transparenz zu Auszahlungsbedingungen, Kontrollmechanismen und zum Zeitplan der Inbetriebnahme. Details zum Fördersplitting, zu Auflagen und zur Projektumsetzung sind in den ministeriellen Unterlagen hinterlegt und werden nach Regierungsangaben parlamentarisch begleitet.

Die Entscheidung reiht sich in eine Serie von Maßnahmen zur Stärkung der Halbleiterfertigung in Deutschland ein. Bund und Länder zielen darauf, die Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten zu verringern und Schlüsseltechnologien in Europa auszubauen. Für Itzehoe ist der nun erteilte Förderbescheid der formale Startschuss für die nächste Ausbaustufe des Werks. Der weitere Projektfortschritt hängt von Planfreigaben, Baufortschritt und der Qualifizierung neuer Fertigungslinien für 300‑Millimeter‑Wafer ab. Aussagen zu künftigen Produktionsmengen und Exportanteilen sind Annahmen der Beteiligten und stehen unter dem Vorbehalt der technischen und wirtschaftlichen Umsetzung.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk