Am 16. Oktober 2026 haben die Bundesregierung und die Kultusministerkonferenz in Berlin das Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung 2027–2035 (AlphaBündnis) beschlossen. Das AlphaBündnis startet zum 1. Januar 2027 und knüpft nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) nahtlos an die Ende 2026 auslaufende AlphaDekade an. Anlass der Entscheidung ist die Bestandsaufnahme, wonach rund jeder fünfte Erwachsene im Alter von 16 bis 65 Jahren in Deutschland nur geringe Lesekompetenzen besitzt; dies habe nach einer Sonderauswertung der PIAAC-Daten auch Folgen für Gesundheit und politische Selbstwirksamkeit, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. (Stand: 16. Oktober 2026.)
Kernpunkte des Beschlusses sind die Stärkung regionaler Grundbildungszentren, die Ausweitung niedrigschwelliger Lernangebote und die bessere Verzahnung von Grundbildung und beruflicher Qualifikation. Der Bund will nach eigener Darstellung Forschung und Pilotprojekte fördern, die Länder sollen vorhandene Strukturen weiterentwickeln und Schnittstellen zu Integration und Arbeitsverwaltung ausbauen. Explizit genannt werden aufsuchende Formate sowie arbeits‑ und lebensweltorientierte Angebote in Volkshochschulen, Familienzentren und am Arbeitsplatz.
Die Entscheidung beruht auf den Erfahrungen der AlphaDekade 2016–2026: Demnach haben geförderte Projekte zur Professionalisierung von Lehr‑ und Beratungspersonal, zu sensibler Ansprache Betroffener und zu arbeitsorientierten Lernangeboten beigetragen, die Zugänge zu Bildung zu erleichtern. Die Regierung verweist zudem auf empirische Befunde aus der PIAAC-Sonderauswertung, wonach Erwachsene mit geringen Lesekompetenzen häufiger ungünstige Selbsteinschätzungen zur Gesundheit und geringere politische Selbstwirksamkeit äußern.
Aus verfassungs‑ und bildungspolitischer Perspektive bestätigt der Beschluss die Zuständigkeitskonstellation: Die Länder bleiben für die Bereitstellung und Organisation von Angeboten vor Ort verantwortlich, der Bund übernimmt Forschungs‑ und Entwicklungsaufgaben sowie finanzielle Förderangebote im Rahmen seiner Zuständigkeiten. Ob und in welchem Umfang die Länder zusätzliche Haushaltsmittel bereitstellen, bleibt in den einzelnen Landeshaushalten zu prüfen; das BMBFSFJ nennt dafür nicht einheitliche Summen.
Folgen sind zunächst organisatorisch: Einrichtungen müssen ihre Netzwerke und Kooperationsvereinbarungen anpassen, Förderanträge und wissenschaftliche Begleitungen sind vorzubereiten. Gesellschaftlich zielt das AlphaBündnis darauf ab, Teilhabe‑Barrieren zu verringern und die Verbindung von Grundbildung mit beruflicher Qualifikation zu stärken. Konkrete Haushaltssicherheiten, Zielzahlen oder verbindliche Wirkungsindikatoren nennt die Mitteilung nicht; diese Details sollen im weiteren Abstimmungsprozess zwischen Bund und Ländern ausgehandelt werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).