Die Bundesagentur für Arbeit hat ihre Ausbildungsmarktbilanz 2025/26 vorgelegt und bestätigt damit einen anhaltenden Aufwärtstrend in der Pflegeausbildung. Nach Angaben der Behörde zog die Nachfrage nach schulischen Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen spürbar an. Detaillierte Zahlen liefert das Statistische Bundesamt: 2025 wurden in Deutschland rund 63.900 neue Ausbildungsverträge zur Pflegefachperson geschlossen, acht Prozent mehr als 2024. Die Gesamtzahl der Auszubildenden in Pflegeberufen lag 2025 bei etwa 157.200. Die im März 2026 veröffentlichten Destatis-Daten dokumentieren den dritten Anstieg in Folge in der generalistischen Pflegeausbildung.
Fachverbände werten die Entwicklung als positives Signal. Der Deutsche Pflegerat sprach von einem Fortschritt, betonte jedoch, dass der Zuwachs nur dann nachhaltig wirke, wenn Ausbildungsqualität, Praxisanleitung und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Gefordert werden unter anderem mehr Zeit und Ressourcen für die Praxisbegleitung sowie eine verlässliche Vergütung der Ausbildenden, damit mehr Anfängerinnen und Anfänger die Ausbildung erfolgreich abschließen und in den Beruf einmünden.
Auch strukturell zeigt sich der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit heterogen. Während betriebliche Ausbildungsplätze insgesamt unter Druck standen, legten schulische Bildungsgänge im Gesundheits- und Sozialbereich zu. Der Berufsbildungsbericht 2026 verweist auf Verschiebungen zwischen Branchen und Berufen: Der demografisch getriebene Fachkräftebedarf im Gesundheitswesen stützt die Nachfrage nach Pflegeausbildungen, während andere Bereiche schwächer abschneiden.
Die Statistiken weisen zudem auf eine leichte Zunahme männlicher Auszubildender in der Pflege hin, ihr Anteil bleibt aber niedriger als der der Frauen. Trotz der Zugewinne gilt die Pflege weiter als Engpassberuf. Prognosen zu Personalbedarf und Altersabgängen deuten darauf, dass zusätzliche Ausbildungskapazitäten und höhere Übernahmequoten in den kommenden Jahren entscheidend sein werden.
Politisch stehen damit Umsetzungsfragen im Vordergrund: Wie lassen sich Praxisanleitung und schulische Ausbildung besser verzahnen, wie die Qualität in der Breite sichern und Abbrüche senken? Verbände und Träger verweisen auf den Bedarf an verlässlicher Finanzierung, ausreichend qualifizierten Praxisanleitenden und klaren Entwicklungsperspektiven im Beruf. Die Bundesagentur für Arbeit und das Statistische Bundesamt sehen in den jüngsten Zahlen zwar eine Erholung der Pflegeausbildung, die langfristige Deckung des Bedarfs hängt jedoch von stabilen Rahmenbedingungen in Ausbildung und Beschäftigung ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).