Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 zwei Auslandseinsätze der Bundeswehr verlängert. Betroffen sind die Beteiligung an der EU-geführten Operation EUNAVFOR Aspides zum Schutz der Handelsschifffahrt im Bereich des Roten Meers sowie der deutsche Beitrag zur UN-Mission UNMISS im Südsudan. Beide Mandate gelten jeweils bis zum 31. Oktober 2027 und folgen Vorlagen der Bundesregierung nach Beratungen in den zuständigen Ausschüssen.
Für das Rote Meer begründet die Bundesregierung die Fortsetzung mit anhaltenden Gefährdungen von Handelsschiffen, insbesondere im Umfeld der Meerenge Bab al-Mandab. Die Teilnahme an EUNAVFOR Aspides umfasst Aufklärungs- und Schutzaufgaben, darunter luftgestützte Lagebilder, die Begleitung ziviler Schiffe und die Koordinierung mit Partnern. Deutschland setzt hierfür weiterhin Marinekräfte und unterstützende Fähigkeiten ein. Die strategische Bedeutung der Seewege für europäische Lieferketten wurde in der Debatte wiederholt hervorgehoben.
Zum Südsudan verweist die Bundesregierung auf die fragile Sicherheitslage, die große Zahl schutzbedürftiger Zivilisten und den Bedarf an humanitärer Hilfe. Der deutsche Beitrag zu UNMISS dient insbesondere Schutz- und Unterstützungsaufgaben, der Beratung sowie der Lageaufklärung im Rahmen des VN-Mandats. Die Mission ist durch Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen legitimiert; Deutschland setzt sein Engagement in enger Abstimmung mit den Vereinten Nationen fort.
In der Parlamentsdebatte wurden Sicherheitsinteressen, Haushaltsaspekte und die Notwendigkeit klarer politischer Zielvorgaben abgewogen. Mehrere Fraktionen betonten, Auslandseinsätze regelmäßig an Wirksamkeit und Risiko zu messen und Anpassungen vorzunehmen, falls sich Lage oder Auftrag ändern. Grundlage der Verlängerungen ist das Parlamentsbeteiligungsgesetz, das eine jährliche Mandatierung vorsieht. Berichte des Auswärtigen Ausschusses und des Haushaltsausschusses bildeten die zentrale Entscheidungsbasis.
Mit den Beschlüssen werden die personellen und logistischen Planungen der Bundeswehr bis Herbst 2027 fortgesetzt. Operativ bleibt Deutschland damit in zwei multilateralen Rahmen präsent: auf See im Verbund der Europäischen Union und an Land unter dem Dach der Vereinten Nationen. Die Bundesregierung kündigte an, Lageentwicklungen im Roten Meer und im Südsudan eng zu verfolgen und dem Bundestag turnusgemäß zu berichten. Etwaige Änderungen von Umfang oder Auftrag der Mandate bedürfen einer erneuten Zustimmung des Parlaments.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).