Die Polizeiinspektion Celle ermittelt nach einem Schockanruf, bei dem eine Seniorin am 4. Oktober 2026 in Celle 70.000 Euro an Unbekannte verlor. Nach Angaben der Behörde gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus und behaupteten, der Sohn der Frau habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Unter diesem Vorwand forderten die Täter eine Kaution von 90.000 Euro und setzten die Frau so lange unter Druck, bis sie Bargeld an einen Abholer übergab. Eine nähere Personenbeschreibung der mutmaßlichen Täter liegt der Polizei bislang nicht vor.
Die Ermittler werten den Fall als typisches Muster eines Schockanrufs. Dabei schildern Anrufer angebliche Notlagen von Angehörigen oder konstruieren eilbedürftige Amtshandlungen, um Betroffene zur schnellen Herausgabe von Geld oder Wertsachen zu bewegen. Die Polizei betont, dass in solchen Situationen keine Barabholung durch die Polizei erfolgt. Behörden fordern keine Kaution per Telefon, und niemand wird aufgefordert, Geld an der Haustür an einen Boten zu übergeben. Im Zweifel sollen Angehörige über bekannte Rufnummern kontaktiert oder der Notruf 110 gewählt werden.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Delikte in Niedersachsen ein. In den vergangenen Monaten meldeten verschiedene Polizeidienststellen Fälle, in denen Seniorinnen und Senioren nach fingierten Unfall- oder Haftgeschichten Bargeld, Schmuck oder Edelmetalle an Abholer übergaben. Präventionsstellen weisen darauf hin, dass Täter häufig mit unterdrückten oder manipulierten Rufnummern anrufen, mehrere Rollen (etwa falsche Polizisten, Staatsanwälte oder Angehörige) in schneller Folge einsetzen und Betroffene von unabhängigen Rückfragen abzuhalten versuchen.
Im Celler Fall bittet die Polizei um Hinweise von Zeuginnen und Zeugen, die am 4. Oktober 2026 im Umfeld der Geldübergabe verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben könnten. Angaben zu Festnahmen oder zum Verbleib des Geldes liegen derzeit nicht vor. Ermittlungen wegen Betrug laufen, weitere Details will die Polizei bei gesicherter Faktenlage mitteilen.
Die Polizei rät, bei unbekannten Anrufern mit angeblichen Unglücksfällen oder Kautionsforderungen konsequent skeptisch zu bleiben, das Gespräch zu beenden und verlässlich erreichbare Kontaktwege zu Angehörigen zu nutzen. Wer bereits Geld übergeben hat, sollte den Vorfall umgehend der Polizei melden. Jede schnelle Information erhöht die Chance, Spuren zu sichern und Täterketten zu stören.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).