Seit Anfang November hat die in Chemnitz etablierte Zuhörbank ihren Standort ins Foyer des Tietz verlegt. Die Initiative Omas gegen Rechts setzt das Gesprächsangebot damit wetterunabhängig fort: Mittwochs von 14 bis 16 Uhr nehmen Ehrenamtliche auf einem von zwei roten Sesseln Platz und hören zu. Ziel bleibt, ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen zu schaffen, die ein offenes Ohr suchen – ohne Beratung, Diagnose oder Intervention.
Die Verlagerung ins Innere begründen die Organisatorinnen mit der Witterung in der kalten Jahreszeit. Das Foyer bietet barrierearme Zugänge, Sitzgelegenheiten und Schutz vor Kälte. Eine feste Endfrist nannten die Beteiligten nicht. Sie kündigen an, bei geeigneter Witterung wieder an den ursprünglichen Standort im Rosenhof zurückzukehren.
Die Zuhörbank war im Mai 2026 erstmals im Rosenhof aufgestellt worden. Nach Angaben der Initiative entstand die Idee, weil an Informationsständen wiederholt der Wunsch nach ungezwungenem Gespräch geäußert wurde. Das Format richtet sich ausdrücklich an Personen, die sich austauschen möchten oder Einsamkeit entgegenwirken wollen. Die Rollen sind klar definiert: Die Freiwilligen hören zu, geben Raum und strukturieren bei Bedarf das Gespräch; therapeutische oder behördliche Aufgaben übernehmen sie nicht.
Ähnliche Angebote sind bundesweit in unterschiedlichen Varianten zu finden. Erfahrungen aus Städten wie Zwickau sowie aus dem Landkreis Nordsachsen zeigen, dass Träger und Ausgestaltung variieren: Mancherorts organisieren Ehrenamtliche Plauder- oder Zuhörbänke, andernorts übernehmen Wohlfahrtsverbände die Koordination. Häufig werden Einsatzzeiten saisonal geplant und bei Kälte in Innenräume verlegt. Unterschiede bestehen außerdem bei der Qualifikation der Zuhörenden, bei den Orten – vom Park bis zum Gemeindesaal – und bei der Gestaltung des Rahmens.
Für die Stadt Chemnitz und das Tietz bedeutet die Winterlösung vor allem organisatorische Unterstützung: Die Räume sind öffentlich zugänglich, Sichtbarkeit und Erreichbarkeit bleiben erhalten. Zahlen zur bisherigen Nutzung, zur Besuchsfrequenz oder zu einer systematischen Auswertung des Angebots liegen derzeit nicht vor. Aussagen der beteiligten Initiative und Berichte regionaler Medien tragen die Informationen zusammen. Prognosen über die Entwicklung der Nachfrage lassen sich daraus nicht ableiten, die Nachfrage dürfte aber – wie bei vergleichbaren Projekten – wetter- und lageabhängig schwanken.
Damit bleibt der Kern des Formats unverändert: Eine klar terminierte Präsenz im öffentlichen Raum – aktuell im Foyer – und das Versprechen, zuzuhören, ohne Voraussetzungen und ohne Voranmeldung.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).