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China-Satellit nähert sich Inmarsat – Bundeswehr warnt vor Spionage

WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung melden eine Annäherung eines chinesischen Satelliten an einen Inmarsat-Träger, den auch die Bundeswehr nutzt. In Berlin wächst die Sorge vor Abhören.

Ein chinesischer Satellit hat sich nach Recherchen von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung nahe an einen Kommunikationssatelliten des britischen Betreibers Inmarsat in der geostationären Umlaufbahn positioniert. Der betroffene Träger wird demnach auch von der Bundeswehr als Relais für geschützte Kommunikation genutzt. Deutsche Militärstellen werten das Manöver als potenziellen Versuch, Verbindungen auszuspähen oder zu stören. Die Recherchen wurden am 13. Oktober 2026 veröffentlicht.

Bei dem chinesischen Objekt handelt es sich den Angaben zufolge um einen Satelliten aus der TJS-Reihe, die im Westen häufig mit Frühwarn- oder Aufklärungsfunktionen in Verbindung gebracht wird. Der konkrete Zweck der Annäherung ist öffentlich nicht belegt. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass eine stabile Positionierung in unmittelbarer Nähe zu einem Kommunikationssatelliten das Abfangen von Funksignalen erleichtern und auch zur Störung von Diensten genutzt werden kann.

Das Weltraumkommando der Bundeswehr hat in den vergangenen Monaten wiederholt vor riskanten Rendezvous- und Annäherungsmanövern fremder Raumfahrzeuge an für Deutschland relevante Satelliten gewarnt. Die Beobachtung und Bewertung solcher Vorgänge gehört inzwischen zu den Kernaufgaben des Kommandos. Konkrete technische Angaben dazu, ob sensible militärische Daten in diesem Fall betroffen waren oder in welchem Umfang Kommunikationsparameter verändert wurden, liegen öffentlich nicht vor.

Auf Anfragen der beteiligten Redaktionen gab es zunächst weder von Inmarsat noch von britischen Behörden detaillierte Einordnungen des Vorgangs. Die chinesische Botschaft in Berlin ließ Bitten um Stellungnahme nach den Berichten unbeantwortet. Offizielle Bestätigungen sämtlicher Details durch die unmittelbar beteiligten Betreiber oder Staaten lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Rechtlich bewegen sich derartige Annäherungen in einem Bereich, den der Weltraumvertrag nur grundsätzlich adressiert: Er verpflichtet zur friedlichen Nutzung, enthält aber keine spezifischen Abstands- oder Verhaltensregeln für Operationen in der geostationären Umlaufbahn. Für Deutschland rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich Weltraumlage, Frequenzschutz und die Härtung militärischer Kommunikationsnetze schneller ausbauen lassen. Experten erwarten, dass technische Fähigkeiten zur Erkennung, Attribution und Abwehr im Orbit wichtiger werden – sowohl für die Bundeswehr als auch für zivile Betreiber wie Inmarsat.

Die Recherchen von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung setzen den jüngsten Anlass: die dokumentierte Annäherung in der geostationären Umlaufbahn und die daraus resultierenden Sicherheitsbedenken in Berlin. Ältere Hintergrundinformationen werden als Kontext ausgewiesen; belastbare neue Fakten ergeben sich vor allem aus der aktuellen Bahnlage und den Einschätzungen der befragten Fachleute.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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