Kurzmeldung
Die Debatte um die Zukunft der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart hat sich am 17. September 2026 verschärft. Die Christlich Demokratische Union (CDU) im Landtag sowie die CDU-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat lehnten das bisher verfolgte Sanierungskonzept für das denkmalgeschützte Opernhaus ab und fordern, einen Neubau ernsthaft zu prüfen. Anlass sind wiederholte Warnungen vor maroder Bausubstanz und deutlich gestiegene Kostenprognosen für die geplante Modernisierung.
Als Reaktion kündigten das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart eine ergebnisoffene Expertenanhörung an. Das Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und die Stadtverwaltung erklärten in einer gemeinsamen Medieninformation, die Anhörung solle „zeitnah“ stattfinden und alle Varianten – Sanierung, Interimsstandort und Neubau – zusammenführen und bewerten. Konkret sollen Fachleute aus Bauwesen, Denkmalpflege, Finanzplanung und Theaterbetrieb beteiligt werden.
Der Vorschlag für eine Neubewertung wurde auch auf Ebene der Landespolitik diskutiert: Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Kunstministerin Petra Olschowski (Bündnis 90/Die Grünen) hatten Gespräche mit Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) geführt, in denen eine „ergebnisoffene Neubewertung“ vereinbart wurde. Die CDU-Fraktion im Landtag, vertreten durch ihren Vorsitzenden Tobias Vogt, argumentiert, ein Neubau könne langfristig günstiger und planerisch klarer sein als die umfassende Instandsetzung des Littmann-Baus.
Hintergrund sind jahrelange Planungen: Ein Beschluss von 2021 sah die Sanierung des Littmann-Baus am Oberen Schlossgarten vor, flankiert von einem Interimsstandort und einem Kulissengebäude in Bad Cannstatt. In den vergangenen Monaten haben interne und externe Kostenschätzungen jedoch deutlich höhere Aufwendungen angezeigt; zugleich warnen Expertinnen und Experten vor dem Risiko eines Nutzungsverbots bei weiterem Verzögern.
Offizielle Entscheidungen stehen noch aus. Der Gemeinderat und zuständige Ausschüsse sollen die nächsten Schritte beraten; erst die angekündigte Expertenanhörung wird belastbare Grundlagen für eine Entscheidung über Sanierung oder Neubau liefern.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).