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Christoph Quarch warnt vor künstliche Intelligenz: Wissenschaft braucht Verständlichkeit und Prüfung

In seiner SWR-Kolumne vom 19. September 2026 mahnt Christoph Quarch, Künstliche Intelligenz dürfe nachvollziehbares Verstehen in der Wissenschaft nicht verdrängen.

Der Philosoph Christoph Quarch hat in seiner wöchentlichen Radiokolumne Frühstücks-Quarch beim Südwestrundfunk am 19. September 2026 davor gewarnt, dass Künstliche Intelligenz das wissenschaftliche Verstehen unterminieren könne. In dem Beitrag im Programm SWR Aktuell am Morgen skizzierte er die Gefahr, dass formale Korrektheit von durch KI erzeugten Resultaten mit inhaltlicher Nachvollziehbarkeit verwechselt werde.

Quarch bezog sich auf Debatten in der Mathematik und anderen Disziplinen, in denen Forschende davor warnen, Beweise oder Prognosen zu akzeptieren, die zwar rechnerisch stimmen, deren gedankliche Herleitung aber undurchsichtig bleibt. Solche Praktiken gefährdeten nach seiner Darstellung die Reproduzierbarkeit, die methodische Transparenz und letztlich das Vertrauen in Forschung.

Als Konsequenz forderte Quarch institutionelle Antworten: Wissenschaftliche Einrichtungen, Fachzeitschriften und Fördergeber sollten Verfahren stärken, die Prüfbarkeit und Dokumentation sichern. Konkrete gesetzliche Schritte nannte er nicht; im Vordergrund stehe die Verantwortung der wissenschaftlichen Community, Standards für Erklärbarkeit, Offenlegung von Methoden und die Bewertung von KI-gestützten Beiträgen zu entwickeln. Der Südwestrundfunk stellt zu der Kolumne eine Tonaufzeichnung in der Online-Ausgabe von SWR Aktuell bereit.

Quarch trennte in seiner Darstellung zwischen Befunden und Bewertungen. Er griff fachliche Warnungen aus der Mathematik auf und nutzte sie als Anlass für eine philosophische Reflexion über Bildung, Urteilskraft und Verständlichkeit. Seine Kernthese: Wissenschaft ist mehr als korrekte Outputs; sie beruht auf nachvollziehbaren Argumenten, überprüfbaren Methoden und kritisch informierten Gemeinschaften. Wo automatisierte Systeme Ergebnisse liefern, ohne die zugrunde liegenden Gründe sichtbar zu machen, müsse die Praxis gegensteuern – etwa durch nachvollziehbare Protokolle, Offenlegung von Datengrundlagen und klare Kriterien, wann KI-Ergebnisse als Hilfsmittel gelten und wann sie eigenständige Forschungsleistungen beanspruchen.

Der Beitrag reiht sich in laufende Diskussionen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Lehre ein. Während leistungsfähige Modelle komplexe Muster erkennen und Vorhersagen ermöglichen, bleibt ihre Erklärbarkeit oft begrenzt. Quarchs Kolumne versteht sich als Aufruf, Verständlichkeit und Prüfbarkeit als zentrale Qualitätsmerkmale wissenschaftlicher Arbeit zu verteidigen und sie auch unter neuen technischen Bedingungen verbindlich zu halten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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