Ein Cyberangriff auf das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg beeinträchtigt weiterhin zentrale Verwaltungsdienste zahlreicher Hochschulen im Land. Der Vorfall wurde am 7. Oktober 2026 an der Hochschule Reutlingen entdeckt. Die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt und stuft den Angriff nach ersten Erkenntnissen als möglichen Ransomware-Fall ein. Ermittler rechnen mit Lösegeldforderungen; ob Daten abgezogen wurden, ist bislang unklar.
Als unmittelbare Schutzmaßnahme kappte das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg externe Verbindungen, um eine Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern. Seither arbeiten Campus-Management-Systeme, Personal- und Finanzverfahren sowie Schnittstellen zu Landesstellen nur eingeschränkt oder gar nicht. Mehrere Einrichtungen – darunter die Pädagogische Hochschule Freiburg, die Hochschule Pforzheim und die Hochschule für Musik Freiburg – meldeten auf ihren Webseiten Störungen und Ausfälle.
Besonders betroffen sind Zahlungsprozesse: Weil Verbindungen zum Landesamt für Besoldung und Versorgung vorübergehend getrennt sind, können Stipendien und Gehälter, insbesondere für studentische Hilfskräfte, aktuell nicht wie gewohnt abgewickelt werden. Die Hochschulen richten Notfallverfahren ein und priorisieren die Versorgung der Beschäftigten. Zahlen zur Höhe der verzögerten Auszahlungen oder zur Zahl der betroffenen Personen liegen derzeit nicht vor.
Die betroffenen Einrichtungen informieren Studierende und Mitarbeitende über alternative Kommunikationswege und bitten darum, Anfragen zu Prüfungs- und Verwaltungsangelegenheiten auf das Nötigste zu beschränken, bis belastbare Wiederherstellungspläne stehen. Konkrete Zeitpläne für die Wiederaufnahme regulärer Zahlungen und Dienste sind noch nicht veröffentlicht. Der Stand der Lage bleibt dynamisch; die Hochschulen kündigen transparente Updates an, sobald geprüfte Angaben vorliegen.
Hintergrund: Das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg stellt für zahlreiche Hochschulen zentrale IT-Verfahren bereit – vom Campus-Management bis zu Personal- und Finanzprozessen. Ein Ausfall hat deshalb unmittelbare Auswirkungen auf Verwaltungsvorgänge und organisatorische Abläufe im Lehrbetrieb über mehrere Standorte hinweg. Die Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden und die technische Analyse laufen; Aussagen zur Ursache, zu möglichen Schwachstellen und zum Umfang eines potenziellen Datenabflusses sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht belastbar.
Bis zur Stabilisierung der Systeme setzen die Hochschulen auf manuelle und interimistische Verfahren, um die wichtigsten Prozesse aufrechtzuerhalten. Die Verantwortungsträger weisen darauf hin, dass Vertraulichkeit und Integrität der Systeme Vorrang haben, selbst wenn dies vorübergehende Verzögerungen bei Auskünften und Zahlungen zur Folge hat.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).