Aktuell

Datenanalyse des Bayerischen Rundfunks: Zahlreiche deutsche Webseiten nicht barrierefrei

Eine BR-Datenanalyse vom 29. Oktober 2026 und offizielle Überwachungsberichte der BFIT-Bund zeigen umfangreiche Mängel bei der digitalen Barrierefreiheit von Behörden- und Wirtschaftswebseiten in Deutschland.

Kurzmeldung

Eine am 29. Oktober 2026 veröffentlichte Datenanalyse des Bayerischen Rundfunks (BR Data) dokumentiert weitverbreitete Mängel bei der digitalen Barrierefreiheit auf getesteten Startseiten öffentlicher und privater Anbieter in Deutschland. Die Auswertung identifiziert automatisiert wiederkehrende Fehler: fehlende Tastaturführung, unzureichende Alternativtexte für Bilder, fehlende oder falsche Sprachdeklarationen sowie Probleme bei der Skalierbarkeit für Bildschirmvergrößerungen. Solche technischen Defizite erschweren den Zugang für Menschen mit Seh-, Hör- oder kognitiven Beeinträchtigungen.

Die BR-Datenanalyse korrespondiert mit Befunden der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund). Der von der BFIT-Bund veröffentlichten Kurzbericht für das EU-Monitoring (Berichtszeitraum 1. Januar 2022 bis 22. Dezember 2024) und der Jahresbericht 2025 zeigen, dass im Prüfzeitraum kein geprüfter Webauftritt alle einschlägigen Anforderungen vollständig erfüllte. Die BFIT-Bund konstatiert insbesondere bei mobilen Anwendungen und bei der Umsetzung sichtbarer Tastaturfoki weiterhin deutliche Defizite.

Rechtlich sind die Vorgaben der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) und die EU-Richtlinie 2016/2102 relevant; seit Inkrafttreten der nationalen Umsetzungsregeln sind bestimmte private Angebote stärker in die Rechtspflicht einbezogen. Ergänzende Analysen von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Branchenstudien aus den Jahren 2024 bis 2026 bestätigen das Bild systematischer Lücken: Viele Webauftritte erfüllen automatischen Prüfungen zufolge nur Teile der Normvorgaben.

Konsequenzen: Behörden, Betreiber und Auftraggeber stehen weiter unter Druck, technische Nachbesserungen vorzunehmen und Barrierefreiheit in Planungs- und Vergabeprozessen verbindlich zu verankern. Die BFIT-Bund und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales planen verstärkte Unterstützungs- und Schulungsangebote, während Behindertenverbände auf eine konsequente Durchsetzung über Beschwerde- und Überwachungsverfahren drängen. Die hier dargestellten Fakten stützen sich auf die BR-Datenanalyse vom 29. Oktober 2026 sowie die offiziellen Veröffentlichungen der Überwachungsstelle BFIT-Bund (EU-Kurzbericht 2024, Jahresbericht 2025).

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk