In zahlreichen Filialen von Supermärkten und Discountern in Deutschland sind seit dem 19. September 2026 wieder Lebkuchen, Spekulatius und Christstollen zu finden. Das meldete SWR Aktuell und verweist auf Beobachtungen unter anderem bei Lidl und Kaufland. Der frühe Start ist seit Jahren gängige Praxis im Einzelhandel, sorgt aber erneut für Debatten.
Handelsunternehmen begründen den Termin mit planbaren Abläufen in Produktion und Logistik: Hersteller disponieren Weihnachtsartikel lange im Voraus, sodass Ware ab Ende August bis in den September ausgeliefert wird. Zudem steige die Nachfrage bereits im Frühherbst spürbar an. Branchenvertreter verweisen darauf, dass viele Kundinnen und Kunden gezielt früh zugreifen und dass Saisonware nach dem Ende der Sommeraktionen freie Flächen füllt. Kaufland erklärt, der Verkaufsstart liege „seit Jahren ungefähr zur gleichen Zeit“ und richte sich an die Marktnachfrage.
Marktforschungsdaten stützen diese Sicht. Eine YouGov-Umfrage aus dem September 2025 ergab, dass ein relevanter Anteil der Befragten angibt, Weihnachtsgebäck bereits ab September zu kaufen. Auch Berichte über den Einzelhandel zeigen, dass ein erheblicher Teil der Umsätze mit Saisonware im Herbst generiert wird, bevor das Kerngeschäft im Dezember einsetzt. Öffentlich-rechtliche Sender wie der WDR verweisen seit Längerem auf diese Muster.
Gleichzeitig gibt es Vorbehalte. In Zuschriften und Umfragen äußern Teile der Kundschaft Unmut über die Diskrepanz zwischen spätsommerlichem Wetter und vorweihnachtlicher Präsentation. Verbraucherschützer verweisen darauf, dass der frühe Anblick als aufdringlich empfunden werden kann. Händler halten dagegen, dass niemand zum Kauf gezwungen sei und die saisonalen Sortimente nachfrageorientiert gesteuert würden.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat der frühe Start praktische Folgen: Wer früh kauft, findet meist die größte Auswahl an Varianten und Preislagen. Qualitätsvorteile lassen sich daraus jedoch nicht zwingend ableiten; die Produkte sind in der Regel haltbar und auf die gesamte Saison ausgelegt. Für den Handel sichert die Vorverlagerung eine gleichmäßigere Auslastung von Produktion, Transport und Filiallogistik und hilft, Engpässe im Dezember zu vermeiden.
Die aktuelle Berichterstattung stützt sich auf Händlerangaben, Vor-Ort-Beobachtungen und Marktforschung. Der Trend zum frühen Verkaufsbeginn bleibt damit belegt; die Bewertung zwischen betriebswirtschaftlicher Logik und Verbrauchererwartung fällt je nach Perspektive unterschiedlich aus.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).