Wiesbaden, 28. September 2026 – Professorinnen und Professoren an deutschen Universitäten haben im Jahr 2024 durchschnittlich 325 400 Euro an Drittmitteln eingeworben. Das waren 2,1 Prozent oder 6 800 Euro weniger als im Jahr 2023. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Verweis auf die Hochschulfinanzstatistik mit. Der Rückgang unterbricht die Entwicklung der Vorjahre, in denen die Durchschnittswerte meist gestiegen waren.
An der Spitze der Drittmitteleinnahmen je Professur lag 2024 wie in den Vorjahren die RWTH Aachen mit 1 160 400 Euro. Es folgten die Technische Universität München mit 891 100 Euro und die Universität Stuttgart mit 860 500 Euro. Um die Ergebnisse zwischen Hochschulen mit und ohne klinische Standorte vergleichbar zu halten, wurden für diese Rangfolge die medizinischen Einrichtungen beziehungsweise Gesundheitswissenschaften der Universitäten nicht berücksichtigt. Destatis weist darauf hin, dass die dort typischerweise besonders hohen Drittmitteleinnahmen die Werte einzelner Universitäten sonst stark beeinflussen würden.
Drittmittel sind Gelder, die Hochschulen zusätzlich zum staatlichen Grundhaushalt für Forschung und – in geringerem Umfang – Lehre einwerben, etwa von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, aus Bundes- und Landesprogrammen, aus der Europäischen Union, durch Stiftungen oder aus der Wirtschaft. Sie werden in der amtlichen Statistik den jeweiligen Hochschulen und Professuren zugeordnet und erlauben damit Vergleiche innerhalb des Hochschulsystems.
Die aktuelle Auswertung bezieht sich auf Universitäten. Hochschularten unterscheiden sich in ihrer Drittmittelstruktur und -höhe; die Vergleichbarkeit ist deshalb innerhalb einer Hochschulart am größten. Für Vergleiche nach Fächergruppen und detailliertere Kennzahlen verweist Destatis auf die zugrundeliegenden Tabellen der Hochschulfinanzstatistik.
Die Ergebnisse bieten Hochschulen und Wissenschaftspolitik eine Orientierung über Schwerpunkte und Wettbewerbslagen in der Forschungsfinanzierung. Zugleich hängen die Werte je Professur von mehreren strukturellen Faktoren ab, darunter Fächerspektrum, Größe drittmittelstarker Verbünde, Infrastruktur- und Gerätebedarf sowie die Einbindung in nationale und europäische Förderlinien. Aussagen zu Ursachen des leichten Rückgangs im Jahr 2024 traf Destatis in der Mitteilung nicht.
Die Angaben basieren auf den monetären hochschulstatistischen Kennzahlen des Statistischen Bundesamtes. Für die universitären Ranglisten sind die medizinischen Einrichtungen und Gesundheitswissenschaften aus methodischen Gründen ausgenommen. Weitere Auswertungen und Langzeitreihen stellt Destatis in seinen Tabellen zur Hochschulfinanzstatistik bereit.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).