Die insolventen Baumarktketten Hellweg und BayWa Bau & Garten haben nach eigenen Angaben Übernahmeangebote für 35 ihrer mehr als 110 Standorte in Deutschland erhalten. In Bayern gelten damit elf Märkte als voraussichtlich gesichert, 23 weitere bayerische Standorte haben noch keine Lösung. Das teilten die Unternehmen am 28. August 2026 mit.
Als voraussichtlich übernommen genannt wurden die Märkte in Bad Tölz, Burghausen, Dillingen, Grafenau, Nördlingen, Murnau, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen, Viechtach und Wolfratshausen. Für Standorte wie Nürnberg, Würzburg, Fürth und Passau liegt demnach bislang keine Erwerbszusage vor; der Verkaufsprozess laufe weiter. Die Namen der Erwerber wurden nicht veröffentlicht. Mehrere Schritte stehen noch aus, darunter kartellrechtliche Prüfungen und Einigungen mit Vermietern. Erst danach wären Übernahmen rechtlich bindend.
Die Geschäftsführungen hatten Mitte Juni 2026 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Essen eröffnete die Verfahren am 27. August 2026. Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennen die Unternehmen gestiegene Kosten, höhere Mieten, Lieferengpässe und eine schwächere Konsumnachfrage. Rund 4.200 Beschäftigte arbeiten den Angaben zufolge in beiden Ketten. In den Zentralbereichen in Dortmund und Garching wurden bereits Stellen abgebaut.
Für nicht übernommene Standorte sieht die derzeit kommunizierte Planung mögliche Schließungen bis spätestens Ende November 2026 vor. Beschäftigte an betroffenen Märkten erhielten nach Unternehmensangaben vorsorgliche Kündigungen; der Geschäftsbetrieb solle bis auf Weiteres aufrechterhalten werden. Diese Aussagen sind Unternehmensangaben; detaillierte Zahlen zum Personalübergang liegen noch nicht vor.
Welche Folgen die anstehenden Transaktionen für die Regionen haben, bleibt offen. Übernahmen könnten lokale Arbeitsplätze sichern und bestehende Lieferketten erhalten, zugleich dürfte sich der Wettbewerb im deutschen Baumarktsegment neu ordnen. Der Konkurrent OBI hat angekündigt, bundesweit bis zu zwölf Standorte in sein Netz integrieren zu wollen. Konkrete Auswirkungen auf Marktanteile und Preise lassen sich erst nach Abschluss der Verträge und behördlicher Freigaben einschätzen.
Ein endgültiges Bild ergibt sich erst mit Vorlage verbindlicher Kaufverträge, den kartellrechtlichen Entscheidungen und den abgeschlossenen Mietverhandlungen. Bis dahin sind die genannte Zahl gesicherter Märkte und die Liste der Standorte als vorläufig zu verstehen. Die Unternehmen betonen, man strebe für weitere Filialen Lösungen an und werde den Verkaufsprozess fortsetzen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).