Kurzmeldung
Im UNESCO Global Geopark Nördlinger Ries begann am 14. September 2026 ein mehrtägiges geologisches Feldtraining der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA). Das dort durchgeführte Modul gehört zum Ausbildungsprogramm PANGAEA und richtet sich an angehende Besatzungen und technische Mitarbeitende, die für künftige Mond- und Planetenmissionen wissenschaftliche Proben entnehmen und beschreiben sollen. Vor Ort arbeiten die Veranstalter mit dem RiesKraterMuseum, dem Zentrum für Rieskrater- und Impaktforschung (ZERIN) sowie dem Geopark Ries zusammen.
Ziel des Kurses ist die Vermittlung praktischer Kartierungs- und Dokumentationsverfahren: Die Teilnehmenden üben das Erkennen von Aufschlüssen, das gezielte Probennehmen nach standardisierten Protokollen und die lückenlose Dokumentation vor Ort, damit Feldentscheidungen und Probenprioritäten später effizient mit den Forschungsteams auf der Erde abgestimmt werden können. Das Nördlinger Ries gilt wegen seines etwa 25 Kilometer großen Impaktkraters und gut erhaltenen Sueviten als ein besonders geeignetes Analogiegebiet für die Ausbildung.
Die Europäische Weltraumorganisation betont, dass Inhalte und Erfahrungen aus PANGAEA in die europäische Missionsvorbereitung einfließen. Vergleichbare Übungen fanden bereits in anderen Analogiegebieten wie den Dolomiten, auf Lanzarote und in norwegischen Landschaften statt. Aus Gründen des Personenschutzes werden keine vollständigen Teilnehmendenlisten veröffentlicht; sensible Aufschlüsse unterliegen während der Übungen temporären Schutz- und Zutrittsregelungen. Museen und Forschungseinrichtungen in der Region nutzen die Trainingswoche zugleich für ergänzende Bildungsangebote.
Historisch knüpft die Ausbildung an frühere Arbeiten an: Bereits in der Apollo-Ära erprobten NASA-Astronauten Teile des Gebiets, um Impakt- und Gesteinskenntnisse zu vertiefen. Organisatoren und Geopark-Management betonen, dass alle Aktivitäten unter Einhaltung der Schutzpflichten des UNESCO-Status stattfinden. Nach Angaben der Veranstalter dient das PANGAEA-Modul dazu, geologische Expertise früh in Operationsabläufe zu integrieren und dadurch die wissenschaftliche Qualität künftiger Probenrückführungen zu erhöhen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).