Wirtschaft

Europäische Zentralbank gibt UniCredit grünes Licht für Kontrolle über die Commerzbank

Die Europäische Zentralbank genehmigte UniCredit am 15. Oktober 2026 den Erwerb einer qualifizierten Beteiligung an der Commerzbank über 30 Prozent und damit den möglichen Kontrollzugriff.

Die Europäische Zentralbank genehmigte der italienischen Großbank UniCredit am 15. Oktober 2026 den Erwerb einer qualifizierten Beteiligung an der Commerzbank über die Schwelle von 30 Prozent. Damit ist aus aufsichtsrechtlicher Sicht der Weg grundsätzlich frei, die Kontrolle über das deutsche Institut zu erlangen. UniCredit teilte die Entscheidung am selben Tag mit; deutsche Medien wie Deutschlandfunk und Tagesschau berichteten darüber. Nach Angaben von UniCredit enthält die EZB-Genehmigung keine quantitative Obergrenze für weitere Anteilskäufe. Weitere nationale und europäische Verfahren bleiben davon unberührt.

Die Commerzbank zählt zu den großen Banken in Deutschland und ist eng mit dem Mittelstand und der Exportwirtschaft verflochten. Eine Kontrolle durch UniCredit hätte daher neben strategischen auch politische Dimensionen. Das Bundesfinanzministerium hatte zuvor betont, dass eine etwaige Übernahme mit deutschen Interessen vereinbar sein müsse. Auch führende Politiker formulierten Bedingungen für Beschäftigung, Standorte und Kreditversorgung in Deutschland.

Der Schritt der EZB folgt auf eine Reihe von Etappen im Übernahmeprozess. UniCredit hatte im März 2026 ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot angekündigt und am 5. Mai 2026 ein Tauschangebot vorgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank rieten den Aktionären in ihrer Stellungnahme im Mai 2026, das Angebot nicht anzunehmen. UniCredit hielt dennoch an der Strategie fest und durchlief Genehmigungsverfahren in mehreren Jurisdiktionen.

Rechtlich ist die EZB-Entscheidung ein Baustein unter mehreren. Kartellrechtliche Prüfungen, fit-and-proper-Bewertungen relevanter Organmitglieder sowie mögliche Auflagen weiterer Aufsichtsbehörden können den Prozess beeinflussen. Zudem bleibt der Ausgang abhängig von der Annahmebereitschaft der Commerzbank-Aktionäre. Die Commerzbank verwies zuletzt wiederholt auf ihre eigenständige Strategie und die Verantwortung gegenüber Kunden, Beschäftigten und Investoren.

Kurzfristig dürfte die Entscheidung die politische und regulatorische Abstimmung in Deutschland intensivieren. In den kommenden Wochen werden insbesondere die Reaktionen der Unternehmensgremien beider Banken, der beteiligten Aufsichtsbehörden und der Anteilseigner entscheidend sein. Ob es zu einem vollständigen Eigentümerwechsel kommt, hängt von weiteren Genehmigungen und Marktreaktionen ab. Fest steht: Mit der Genehmigung der Europäischen Zentralbank hat UniCredit einen zentralen formalen Schritt genommen, der den Spielraum für eine Übernahme der Commerzbank erheblich erweitert.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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