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Evangelisch-theologischer Fakultätentag öffnet Weg zu Bachelor und Master

Der Evangelisch-theologische Fakultätentag hat in Jena eine neue Rahmenstudienordnung beschlossen, die Theologiestudiengänge auf Bachelor und Master ermöglicht.

Der Evangelisch-theologische Fakultätentag hat am 11. Oktober 2026 in Jena eine neue Rahmenstudienordnung beschlossen. Sie eröffnet den evangelisch-theologischen Fakultäten in Deutschland die Möglichkeit, ihre Vollstudiengänge auf das gestufte System mit Bachelor und Master umzustellen. Der Beschluss wurde nach Abschluss der Beratungen öffentlich gemacht.

Nach Angaben des Vorsitzenden des Fakultätentags, des Kieler Theologieprofessors Andreas Müller, soll die Reform Zugangsschwellen senken und die Studienmobilität erhöhen. Die neue Rahmenordnung ist darauf angelegt, Übergänge in fachverwandte Studiengänge und ins Lehramtsstudium zu erleichtern und die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu verbessern. Damit reagiert der Fakultätentag auf eine länger geführte Debatte zwischen Befürwortern eines gestuften Systems und Anhängern traditioneller Magister- und Diplomstrukturen.

Verbindlich ist die Umstellung nicht: Die Rahmenstudienordnung setzt Leitplanken und Optionen, die von den einzelnen Universitäten und den Landeskirchen bei der Ausgestaltung konkreter Studien- und Prüfungsordnungen übernommen oder angepasst werden können. Zuständig für die Umsetzung bleiben die Fakultäten und die Hochschulgremien. Kirchliche Regelungen zur Zulassung in den Vorbereitungsdienst, etwa für das Pfarramt, gelten getrennt und müssen jeweils mitbedacht werden. Ebenso sind landesrechtliche Vorgaben, Akkreditierungsverfahren und die Anforderungen an Berufszugänge – etwa im Lehramt – einzubeziehen.

Reaktionen aus Fakultäten und Landeskirchen fallen unterschiedlich aus. Befürworter verweisen auf sinkende Studierendenzahlen und den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs. Sie erwarten, dass flexiblere Studienverläufe und ein früherer berufsqualifizierender Abschluss das Studienfach attraktiver machen. Kritiker warnen vor inhaltlicher Ausdünnung und verlangen klare Vorgaben, damit ein Bachelorabschluss nicht ohne weitergehende Qualifikation zur Ausübung des Pfarramts führt. Der Fakultätentag betont, dass Qualitätsstandards in der Ausgestaltung der neuen Ordnungen zu sichern seien.

Als nächste Schritte stehen an den Hochschulstandorten Entwürfe für konkrete Studien- und Prüfungsordnungen, Abstimmungen mit den Landeskirchen und gegebenenfalls Verfahren mit den staatlichen Hochschulbehörden. Je nach internen Abläufen und Akkreditierungen könnten erste konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge in den kommenden Semestern starten. Verbindliche Termine hängen von Entscheidungen der jeweiligen Universitäten ab. Der Beschluss in Jena markiert damit einen wichtigen, aber nicht allein entscheidenden Schritt hin zu einer möglichen Umstellung der theologischen Ausbildung in Deutschland.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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