Kurzmeldung
Die Bundesanwaltschaft hat am 6. Oktober 2026 den früheren Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, festnehmen lassen. Der Generalbundesanwalt begründete die Maßnahme mit dringenden Tatverdachtsmomenten unter anderem wegen landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen, versuchten Landesverrats und geheimdienstlicher Agententätigkeit. Nach Angaben der Ermittler geht das Verfahren auf Funde zurück, die bei früheren Durchsuchungen aufgefunden wurden; die Vorgangsakte war im Mai 2026 zur Übernahme an die Bundesanwaltschaft vorgelegt worden.
Die Festnahme erfolgte nach Mitteilung der Ermittler im Zusammenhang mit Durchsuchungen an mehreren Orten. Zeitgleich wurde in Nordrhein‑Westfalen ein früherer Mitarbeiter festgenommen, der in Berichten als Manfred D. benannt wird. Die Bundesanwaltschaft teilte mit, es bestehe der Verdacht, dass über Jahre hinweg nahezu zweitausend Dokumente an einen ausländischen Nachrichtendienst gelangt sein könnten; einige Unterlagen seien als verschlusssache eingestuft gewesen. Konkrete inhaltliche Angaben zu den mutmaßlich weitergegebenen Informationen machten die Ermittler bislang nicht.
Der Fall berührt zentrale Fragen des Umgangs mit klassifizierten Informationen nach dem Ausscheiden aus dem Dienst sowie der internen Sicherheitsvorkehrungen des Bundesnachrichtendienstes. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Henrichmann, bezeichnete die Vorwürfe im Interview als einen Vorgang, der „an den Grundfesten gerüttelt“ habe, und forderte eine lückenlose Aufklärung, zugleich aber die Wahrung der Integrität des laufenden Verfahrens.
Die Justiz führte Hanning dem zuständigen Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vor; über den Vollzug von Untersuchungshaft entschied das Gericht. Aussagen des Beschuldigten liegen öffentlich nicht vor; nach Medienberichten bestreitet Hanning die Vorwürfe. Die Ermittler kündigten weitere Durchsuchungen und die Auswertung von Datenträgern und Akten an. Der Vorgang stellt auch für die Bundesregierung und die Parlamentarien eine Belastungsprobe dar, sollte sich der Verdacht bestätigen oder Mängel in Kontroll- und Geheimschutzmechanismen offenbaren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).