Kurz vor der Rückstellung der Uhren auf Winterzeit am 25. Oktober 2026 verdichtet sich die Evidenz zugunsten der Normalzeit. BR24 berichtete am 11. Oktober über neue Übersichtsarbeiten und Empfehlungen, die gesundheitliche Risiken einer dauerhaften Sommerzeit betonen und die Beibehaltung der Normalzeit nahelegen.
Im European Journal of Epidemiology erschien 2026 eine systematische Übersichtsarbeit, die Studien zu Daylight Saving Time zusammenführt. Demnach verschiebt eine ganzjährige Sommerzeit die Sozialzeit relativ zum Hell-Dunkel-Zyklus, verlängert im Winter die Dunkelphasen am Morgen und erschwert die Synchronisation der inneren Uhr. Die Autorinnen und Autoren verweisen auf Zusammenhänge mit Schlafdefiziten, kurzfristig erhöhten Unfallrisiken nach Zeitwechseln sowie möglichen Belastungen für die psychische Gesundheit. Besonders Morgenlicht gilt als zentraler Zeitgeber; fällt es seltener oder später, verlängern sich Anpassungsprozesse.
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin empfiehlt deshalb die Normalzeit. Sie argumentiert, dass diese den natürlichen Tageslichtverlauf besser abbildet und damit Belastungen für zirkadiane Rhythmen mindert. Nationale Analysen zeigten wiederholt stärkere kurzfristige Störungen nach der Frühjahrsumstellung auf Sommerzeit als nach der Rückstellung im Herbst.
Gleichzeitig verweisen einige Untersuchungen auf potenzielle Vorteile längerer Abendhelligkeit, etwa für Freizeit, Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum oder bestimmte Aspekte der Verkehrssicherheit. Diese Befunde sind je nach Region, Breitengrad und Alltagsrhythmen unterschiedlich ausgeprägt. Forschende raten daher, Zeitpolitik nicht binär zu verhandeln, sondern Folgen regional differenziert zu prüfen und bei alternativen Modellen Begleitmaßnahmen vorzusehen – etwa flexible Schul- und Arbeitszeiten sowie eine systematische Beobachtung von Schlaf- und Gesundheitsindikatoren.
Für Deutschland bleibt der rechtliche Rahmen europäisch geprägt: Eine Veränderung der Zeitordnung würde letztlich im Zusammenspiel nationaler Gesetzgeber und der Europäische Union entschieden. Der aktuelle Anlass ist die bevorstehende Umstellung: In der Nacht zum 25. Oktober 2026 endet die Sommerzeit, die Uhren werden von 3.00 auf 2.00 Uhr zurückgestellt. Die Fachwelt empfiehlt, an der Normalzeit festzuhalten. Sollte politisch dennoch über eine dauerhafte Sommer- oder Winterzeit entschieden werden, plädieren Expertinnen und Experten für begleitende Maßnahmen, um Risiken für Schlaf, Verkehr und vulnerable Gruppen zu begrenzen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).