Gesundheit

Fachleute warnen vor Energiesparen am Warmwasser: Legionellenrisiko steigt bei zu kühlen Anlagen

Behörden und Verbände raten, Warmwassertemperaturen und Zirkulation nicht abzusenken. Untergrenzen, Wartung und Prüfungen sollen das Legionellenrisiko senken.

Zum Beginn der Heizsaison warnen Hygieniker, Gesundheitsämter und Fachverbände in Deutschland vor einer beliebten Sparmaßnahme: Wer Warmwassertemperaturen dauerhaft absenkt oder die Zirkulation abschaltet, erhöht unter ungünstigen Bedingungen das Risiko für Legionellenbefall – und damit für die Legionärskrankheit. Die Hinweise stützen sich auf aktuelle Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Branchenverbands DVGW sowie Stellungnahmen mehrerer kommunaler Gesundheitsämter.

Legionellen vermehren sich bevorzugt in warmem, stehendem oder selten ausgetauschtem Wasser. Infektionen entstehen meist durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen, etwa beim Duschen. Das RKI betont, dass ältere oder schlecht gewartete Installationen besonders gefährdet sind. Eine direkte, lineare Beziehung zwischen durchschnittlicher Warmwassertemperatur und Fallzahlen lasse sich zwar nicht pauschal belegen; gleichwohl gilt die Temperaturhaltung als zentraler Baustein der Prävention. Daraus folgt: Energiesparen ja – aber nicht auf Kosten der Trinkwasserhygiene.

Fachregeln nennen klare technische Untergrenzen. Zentral erzeugtes Warmwasser sollte am Austritt des Erwärmers dauerhaft etwa 60 Grad Celsius erreichen. An typischen Zapfstellen sollen nach kurzem Ablauf mindestens 55 Grad Celsius anliegen. Ebenso wichtig sind eine funktionierende Warmwasserzirkulation, der regelmäßige hydraulische Abgleich, der sachgerechte Betrieb von Speichern und Leitungen sowie dokumentierte Wartung. In größeren Anlagen greifen zudem Pflichten aus der Trinkwasserverordnung, einschließlich wiederkehrender Untersuchungen und Maßnahmen bei Überschreitungen.

Für die Praxis empfehlen Behörden und Verbände ein gestuftes Vorgehen: In Ein- und Zweifamilienhäusern mit kurzen Leitungswegen kann eine zeitweilige, maßvolle Absenkung vertretbar sein, wenn Nutzungsgewohnheiten und Temperaturkontrollen dies erlauben. In Mehrfamilienhäusern, Wohnkomplexen oder öffentlichen Gebäuden mit zentraler Versorgung sind dauerhafte Reduktionen ohne fachliche Begleitung hingegen riskant. Betreiber sollten geplante Einsparmaßnahmen mit einem Fachbetrieb oder dem zuständigen Gesundheitsamt abstimmen, Temperaturen an der Zapfstelle kontrollieren und Zirkulationsunterbrechungen vermeiden.

Unabhängig vom Anlagentyp gilt: Regelmäßige Nutzung aller Entnahmestellen, das Spülen seltener genutzter Stränge, die Instandhaltung von Armaturen und die Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik reduzieren das Risiko. Werden Grenz- oder Richtwerte überschritten oder bestehen Verdachtsmomente, sind nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung unverzüglich Untersuchung, Gefährdungsanalyse und geeignete Maßnahmen einzuleiten. So lassen sich Hygiene und Energieeffizienz in Einklang bringen, ohne die Gesundheit zu gefährden.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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